<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Arthrose Archive - Dr. Rogalla + Dr. Rummel</title>
	<atom:link href="https://www.rogalla-rummel.de/themen/arthrose/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link></link>
	<description>Das Wohlergehen Ihrer kleinen und großen Tiere liegt uns am Herzen</description>
	<lastBuildDate>Thu, 15 Sep 2022 12:13:02 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Arthrose, Spondylose &#038; Co.</title>
		<link>https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-spondylose-co/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[frauadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Dec 2018 23:00:06 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.rogalla-rummel.de/?post_type=wissenswertes&#038;p=6144</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eines der größten Wunder der Evolution ist der Bewegungsapparat. Durch sehr enge, hoch komplizierte Verkettungen zahlreicher Körperteile miteinander sind die Tiere in der Lage, ihr eigenes Gewicht zu tragen und sich fortzubewegen. Das Wohlbefinden unserer Vierbeiner steht in direkter Abhängigköeit von der Gesundheit, also dem normalen Funktionieren dieses Systems. Aber gerade wegen seiner hohen Komplexität – den feinen Vernetzungen zahlreicher Strukturen miteinander – ist der Bewegungsapparat sehr anfällig für Störungen. Kleinste Imbalancen haben große Folgen: Jede Störung führt unweigerlich zu Schmerzen und mindert die Lebensqualität unserer Vierbeiner. Unsere Tiere leiden – und das ein Leben lang. Leider gehören Störungen des Bewegungsapparates, also Knochen- und Gelenkerkrankungen, inzwischen zu den häufigsten Erkrankungen in der tierärztlichen Praxis. Statistisch gesehen leidet jeder 4. Hund an Arthrose in Hüfte, Knie, Schulter oder Ellbogen, wobei große Hunde viel häufiger als kleine Rassen erkranken. Bei den großen Hunden über 7 Jahre sind sogar 40 % von schmerzhaften Veränderungen der Gelenke betroffen. Die Studien zu diesem Thema in der Katzenmedizin zeigen ähnlich aufrüttelnde Ergebnisse. 90 % der über 12 Jahre alten Katzen leiden an Gelenkerkrankungen, wobei die Hüftgelenksarthrose ähnlich wie beim Hund an erster Stelle steht. Oft werden für den Patientenbesitzer verwirrende Begriffe wie degenerative Gelenkerkrankung, (Osteo-) Arthrose (OA) oder Arthritis benutzt. Sie beschreiben alle die vielfältigen Veränderungen von Gelenkverschleiß, die letztendlich zu chronischen oder chronisch wiederkehrenden Schmerzen führen, die sich in Lahmheit, Einschränkung der Beweglichkeit, Gelenkverdickung, Steifigkeit und Verhaltensänderungen (insbesondere bei Katzen) manifestieren. Die Bezeichnung degenerative Gelenkerkrankung (degenerative joint disease = DJD) wird für Veränderungen von Gelenken jeden Typs angewandt, während der Begriff Osteoarthrose sich nur auf die krankhaften Veränderungen der diarthrischen, synovialen Gelenke bezieht. &#160; Arthrose Wissenschaftlich wird Arthrose in eine primäre und sekundäre Form eingeteilt: Bei der sog. Primärarthrose liegen klinisch-diagnostisch nicht erkennbar molekular- und zellbiologische Störungen im Gelenkknorpel vor. Man spricht auch von einer idiopathischen Arthrose. Diese wird allerdings bei den Tieren eher selten benannt. Für die sekundären Arthrosen werden definierte biomechanische Ursachen beschrieben. So können extreme, unphysiologische Kräfte (z.B. Fraktur), die auf ein normales Gelenk oder normale Kräfte, die auf ein pathologisch verändertes Gelenk einwirken, zu einer Osteoarthrose führen. Das kann ein Trauma sein (Verstauchung), eine Gelenksinstabilität, wie sie häufig im Knie zu finden ist, eine Stufe im Ellbogengelenk, eine Fehlstellung der Gelenkenden zueinander, eine angeborene Malformation wie bei der Hüftgelenksdysplasie oder eine Knorpelabsplitterung (OCD) oder Malposition ganzer Gliedmaße (O-Beine). Arthritis Arthritis ist die schmerzhafte Form von Arthrose, die mit Entzündung einhergeht. Bevor wir auf verschiedene Gelenkkrankheiten und ihre Entstehung eingehen, möchte ich einige Grundlagen erklären. Der gesunde Bewegungsapparat Bewegung wird gesteuert durch das Zusammenspiel von Knochen, Muskeln, Sehnen und Bindegewebe, wobei die Gelenke die Garanten der Flexibilität sind. Jede Art von Störung in diesen Strukturen schränkt die Beweglichkeit der Tiere ein und ist letztendlich schmerzhaft. Am häufigsten sind die echten Gelenke von krankhaften Veränderungen betroffen. Das gesunde Gelenk besteht aus Gelenkkapsel, Gelenkschmiere (Synovia) und Gelenkknorpel, der die Knochenoberflächen umschließt. Der Knorpel dient als Stoßdämpfer zwischen den Knochenenden, um die Belastung bei der Bewegung aufzufangen. Er besteht im Groben aus einem Netz (Matrix) von elastischen, kollagenen Fasern, in dessen Zwischenräume sich Proteoglycane, Glycosaminglycane, Chondroitin (jene Substanzen, die sich im Grünlippenmuschelkalk befinden) und Wasser befinden. Bei der Belastung wird der Knorpel wie ein Schwamm zusammengedrückt. Komplizierte molekulare Mechanismen verhindern, dass der Schwamm gänzlich leergequetscht wird, die Knochenflächen berühren sich nie! Bei der Entlastung saugt sich der „Schwamm“ sofort wieder voll und mit der Wasserbewegung werden wertvolle Nährstoffe fürs Gelenk eingebaut und Schlackenstoffe herausgespült. Nur durch die Balance von gleichmäßiger Belastung und Entlastung wird das Gelenk „gesund“ ernährt. So wird leicht verständlich, dass bloße Bewegungsminderung schwere Folgen für das Gelenk haben und warum die rechtzeitige Schmerzmittelgabe unabdingbar ist. Nur wenn ein gleichmäßiger Bewegungsfluss garantiert ist, kann das Gelenk gesund ernährt und folgenschwere Veränderungen verhindert werden. Die Kapsel ist hauptsächlich für die Stabilität des Gelenks zuständig und die Synovia dient der Schmierung des Gelenks. Sie bedeckt den Knorpel mit einem glatten Film, so dass die Flächen nicht aufeinander prallen können. Außerdem sind in der Kapsel Schmerzzellen eingebaut, die bei krankhaften Veränderungen sofort Alarm schlagen. Das kranke Gelenk Unabhängig von der Ursache reagiert das Gelenk auf einen Insult immer gleich. Zunächst verliert der Knorpel seine schüt- zende Pufferfunktion. Es entstehen zunächst winzig kleine Risse und Löcher in der Knorpeloberfläche, die sich immer weiter in die Tiefe ausdehnen. Der Knorpel verliert als erstes seine dynamischen Fähigkeiten, das Gelenk mit Nährstoffen zu versorgen und schädliche Schlackstoffe auszuspülen. Die Schadstoffe verbleiben im Gelenk und nun beginnt ein circulus vitiosus. Es beginnt direkt im Gelenk ein unaufhaltsamer Zerstörungsprozess, der allmählich auf alle Gelenkstrukturen übergreift. Diese Veränderungen treten sehr schnell – nur wenige Tage bis Wochen – nach der initialen Störung auf. Die Schlackstoffe bedingen eine Entzündung der Gelenkkapsel, diese verdickt und scheidet vermehrt Gelenkflüssigkeit aus, die allerdings von schlechter Qualität ist und die Entzündung weiter treibt. Das Gelenk füllt sich zunehmend mit Flüssigkeit und die Schmerzzellen schlagen Alarm. Nun wird das Gelenk geschont, das Tier beginnt zu lahmen. Parallel dazu wird der Knorpel immer dünner und kann dem Druck auf den Knochen nicht mehr standhalten. Nun wird der Knochen direkt angegriffen, er reagiert mit vermehrter Sklerotisierung und Osteophytenbildung (Auflagerungen am Knochen). Diese Veränderungen finden sich in den Bereichen von hoher mechanischer Krafteinwirkung. So finden wir z. B. beim Kreuzbandriss schnabelartige Randwulstbildungen im Bereich des Tibiaplateaus. Dies ist ein verzweifelter Versuch des Organismus, dem unnatürlichen Druck standzuhalten und das Gelenk zu stabilisieren – allerdings erfolglos. Die Zerstörung der Knor- pelschutzschicht schreitet unaufhaltsam fort, es kommt zu tiefen Verletzungen, den sog. Eburnifikationen, jetzt reibt Knochen auf Knochen – ein hoch schmerzhafter Zustand. Das Gelenk ist bleibend arthrotisch geschädigt, eine Rückentwicklung ist nicht mehr möglich. Leitsymptom der OA ist Schmerz Unsere Tiere sind nun chronisch krank. Für alle Tierarten ist der Schmerz das quälendste Symptom, allerdings wird er unterschiedlich von Tier zu Tier signalisiert. Das Kaninchen bewegt sich kaum noch und frisst schlecht, Verdauungsstörungen treten auf. Der Hund lahmt mehr oder weniger deutlich, ist unlustiger auf Spaziergängen, es zieht ihn schneller nach Hause als aufs Feld hinaus, er meidet das Springen, das Treppensteigen wirkt</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-spondylose-co/">Arthrose, Spondylose &#038; Co.</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de">Dr. Rogalla + Dr. Rummel</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eines der größten Wunder der Evolution ist der Bewegungsapparat. Durch sehr enge, hoch komplizierte Verkettungen zahlreicher Körperteile miteinander sind die Tiere in der Lage, ihr eigenes Gewicht zu tragen und sich fortzubewegen.</strong></p>
<p>Das Wohlbefinden unserer Vierbeiner steht in direkter Abhängigköeit von der Gesundheit, also dem normalen Funktionieren dieses Systems. Aber gerade wegen seiner hohen Komplexität – den feinen Vernetzungen zahlreicher Strukturen miteinander – ist der Bewegungsapparat sehr anfällig für Störungen. Kleinste Imbalancen haben große Folgen: Jede Störung führt unweigerlich zu Schmerzen und mindert die Lebensqualität unserer Vierbeiner. Unsere Tiere leiden – und das ein Leben lang. Leider gehören Störungen des Bewegungsapparates, also Knochen- und Gelenkerkrankungen, inzwischen zu den häufigsten Erkrankungen in der tierärztlichen Praxis. Statistisch gesehen leidet jeder 4. Hund an Arthrose in Hüfte, Knie, Schulter oder Ellbogen, wobei große Hunde viel häufiger als kleine Rassen erkranken. Bei den großen Hunden über 7 Jahre sind sogar 40 % von schmerzhaften Veränderungen der Gelenke betroffen.<br />
Die Studien zu diesem Thema in der Katzenmedizin zeigen ähnlich aufrüttelnde Ergebnisse. 90 % der über 12 Jahre alten Katzen leiden an Gelenkerkrankungen, wobei die Hüftgelenksarthrose ähnlich wie beim Hund an erster Stelle steht. Oft werden für den Patientenbesitzer verwirrende Begriffe wie degenerative Gelenkerkrankung, (Osteo-) Arthrose (OA) oder Arthritis benutzt. Sie beschreiben alle die vielfältigen Veränderungen von Gelenkverschleiß, die letztendlich zu chronischen oder chronisch wiederkehrenden Schmerzen führen, die sich in Lahmheit, Einschränkung der Beweglichkeit, Gelenkverdickung, Steifigkeit und Verhaltensänderungen (insbesondere bei Katzen) manifestieren.<br />
Die Bezeichnung degenerative Gelenkerkrankung (degenerative joint disease = DJD) wird für Veränderungen von Gelenken jeden Typs angewandt, während der Begriff Osteoarthrose sich nur auf die krankhaften Veränderungen der diarthrischen, synovialen Gelenke bezieht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Arthrose</h2>
<p>Wissenschaftlich wird Arthrose in eine primäre und sekundäre Form eingeteilt: Bei der sog. Primärarthrose liegen klinisch-diagnostisch nicht erkennbar molekular- und zellbiologische Störungen im Gelenkknorpel vor. Man spricht auch von einer idiopathischen Arthrose. Diese wird allerdings bei den Tieren eher selten benannt.<br />
Für die sekundären Arthrosen werden definierte biomechanische Ursachen beschrieben. So können extreme, unphysiologische Kräfte (z.B. Fraktur), die auf ein normales Gelenk oder normale Kräfte, die auf ein pathologisch verändertes Gelenk einwirken, zu einer Osteoarthrose führen.<br />
Das kann ein Trauma sein (Verstauchung), eine Gelenksinstabilität, wie sie häufig im Knie zu finden ist, eine Stufe im Ellbogengelenk, eine Fehlstellung der Gelenkenden zueinander, eine angeborene Malformation wie bei der Hüftgelenksdysplasie oder eine Knorpelabsplitterung (OCD) oder Malposition ganzer Gliedmaße (O-Beine).</p>
<h2>Arthritis</h2>
<p>Arthritis ist die schmerzhafte Form von Arthrose, die mit Entzündung einhergeht. Bevor wir auf verschiedene Gelenkkrankheiten und ihre Entstehung eingehen, möchte ich einige Grundlagen erklären.</p>
<h2>Der gesunde Bewegungsapparat</h2>
<p>Bewegung wird gesteuert durch das Zusammenspiel von Knochen, Muskeln, Sehnen und Bindegewebe, wobei die Gelenke die Garanten der Flexibilität sind. Jede Art von Störung in diesen Strukturen schränkt die Beweglichkeit der Tiere ein und ist letztendlich schmerzhaft. Am häufigsten sind die echten Gelenke von krankhaften Veränderungen betroffen. Das gesunde Gelenk besteht aus Gelenkkapsel, Gelenkschmiere (Synovia) und Gelenkknorpel, der die Knochenoberflächen umschließt. Der Knorpel dient als Stoßdämpfer zwischen den Knochenenden, um die Belastung bei der Bewegung aufzufangen. Er besteht im Groben aus einem Netz (Matrix) von elastischen, kollagenen Fasern, in dessen Zwischenräume sich Proteoglycane, Glycosaminglycane, Chondroitin (jene Substanzen, die sich im Grünlippenmuschelkalk befinden) und Wasser befinden. Bei der Belastung wird der Knorpel wie ein Schwamm zusammengedrückt. Komplizierte molekulare Mechanismen verhindern, dass der Schwamm gänzlich leergequetscht wird, die Knochenflächen berühren sich nie!<br />
Bei der Entlastung saugt sich der „Schwamm“ sofort wieder voll und mit der Wasserbewegung werden wertvolle Nährstoffe fürs Gelenk eingebaut und Schlackenstoffe herausgespült. Nur durch die Balance von gleichmäßiger Belastung und Entlastung wird das Gelenk „gesund“ ernährt. So wird leicht verständlich, dass bloße Bewegungsminderung schwere Folgen für das Gelenk haben und warum die rechtzeitige Schmerzmittelgabe unabdingbar ist. Nur wenn ein gleichmäßiger Bewegungsfluss garantiert ist, kann das Gelenk gesund ernährt und folgenschwere Veränderungen verhindert werden. Die Kapsel ist hauptsächlich für die Stabilität des Gelenks zuständig und die Synovia dient der Schmierung des Gelenks. Sie bedeckt den Knorpel mit einem glatten Film, so dass die Flächen nicht aufeinander prallen können. Außerdem sind in der Kapsel Schmerzzellen eingebaut, die bei krankhaften Veränderungen sofort Alarm schlagen.</p>
<p><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_02.png"><img loading="lazy" class="img-responsive alignleft wp-image-6166 size-large" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_02-1024x505.png" alt="" width="1024" height="505" srcset="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_02-1024x505.png 1024w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_02-300x148.png 300w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_02-768x379.png 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<h2>Das kranke Gelenk</h2>
<p>Unabhängig von der Ursache reagiert das Gelenk auf einen Insult immer gleich. Zunächst verliert der Knorpel seine schüt- zende Pufferfunktion. Es entstehen zunächst winzig kleine Risse und Löcher in der Knorpeloberfläche, die sich immer weiter in die Tiefe ausdehnen. Der Knorpel verliert als erstes seine dynamischen Fähigkeiten, das Gelenk mit Nährstoffen zu versorgen und schädliche Schlackstoffe auszuspülen. Die Schadstoffe verbleiben im Gelenk und nun beginnt ein circulus vitiosus. Es beginnt direkt im Gelenk ein unaufhaltsamer Zerstörungsprozess, der allmählich auf alle Gelenkstrukturen übergreift. Diese Veränderungen treten sehr schnell – nur wenige Tage bis Wochen – nach der initialen Störung auf. Die Schlackstoffe bedingen eine Entzündung der Gelenkkapsel, diese verdickt und scheidet vermehrt Gelenkflüssigkeit aus, die allerdings von schlechter Qualität ist und die Entzündung weiter treibt. Das Gelenk füllt sich zunehmend mit Flüssigkeit und die Schmerzzellen schlagen Alarm. Nun wird das Gelenk geschont, das Tier beginnt zu lahmen. Parallel dazu wird der Knorpel immer dünner und kann dem Druck auf den Knochen nicht mehr standhalten. Nun wird der Knochen direkt angegriffen, er reagiert mit vermehrter Sklerotisierung und Osteophytenbildung (Auflagerungen am Knochen). Diese Veränderungen finden sich in den Bereichen von hoher mechanischer Krafteinwirkung. So finden wir z. B. beim Kreuzbandriss schnabelartige Randwulstbildungen im Bereich des Tibiaplateaus. Dies ist ein verzweifelter Versuch des Organismus, dem unnatürlichen Druck standzuhalten und das Gelenk zu stabilisieren – allerdings erfolglos. Die Zerstörung der Knor- pelschutzschicht schreitet unaufhaltsam fort, es kommt zu tiefen Verletzungen, den sog. Eburnifikationen, jetzt reibt Knochen auf Knochen – ein hoch schmerzhafter Zustand. Das Gelenk ist bleibend arthrotisch geschädigt, eine Rückentwicklung ist nicht mehr möglich.</p>
<h2>Leitsymptom der OA ist Schmerz</h2>
<p>Unsere Tiere sind nun chronisch krank. Für alle Tierarten ist der Schmerz das quälendste Symptom, allerdings wird er unterschiedlich von Tier zu Tier signalisiert. Das Kaninchen bewegt sich kaum noch und frisst schlecht, Verdauungsstörungen treten auf. Der Hund lahmt mehr oder weniger deutlich, ist unlustiger auf Spaziergängen, es zieht ihn schneller nach Hause als aufs Feld hinaus, er meidet das Springen, das Treppensteigen wirkt steifer. Die Katze reduziert nahezu unauffällig ihre Aktivität, sucht niedrigere Sitzplätze, schläft mehr, nimmt weniger am alltäglichen Trubel teil und kann deutlich an Gewicht zulegen.</p>
<h2>Degenerative Erkrankungen bei Hund und Katze</h2>
<h3>Ellbogendysplasie (ED)</h3>
<p><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_05.png"><img loading="lazy" class="img-responsive alignleft wp-image-6169 size-large" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_05-1024x285.png" alt="" width="1024" height="285" srcset="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_05-1024x285.png 1024w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_05-300x84.png 300w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_05-768x214.png 768w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_05.png 2010w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a>Bei jungen Hunden mittelgroßer bis großer Rassen ist die ED die häufigste erbliche Erkrankung, betroffen sind vor allem Golden Retriever, Rottweiler, Neufundländer, Berner Sennenhund und Schäferhund. Die ersten klinischen Symptome treten im Alter von 4–8 Monaten auf. Obwohl häufig beide Gelenke betroffen sind, zeigt sich die Störung in der Regel auf nur einer Seite. Die Lahmheit ist in der Regel nur subtil ausgeprägt, pathognostisch kann die Adduktion des Ellbogengelenks sein, ein Ausweichverhalten, welches die extreme Streckung und Beugung des Ellbogengelenks verhindert. Nach Ruhe oder stärkerer Belastung ist die Lahmheit hochgradiger ausgeprägt. Häufig werden die Hunde auch erst im höheren Alter auffällig, dann ist das Gelenk schon stark arthrotisch verändert und der Bewegungsradius stark eingeschränkt (Reduktion des Beugungswinkels auf 30–40 %).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein diagnostischer Indikator ist die reproduzierbare Schmerzreaktion des Patienten bei mäßig gebeugtem Ellbogen durch die Drehung des Carpus nach außen bei fixiertem Ellbogen und / oder durch Druck auf die Ansatzstelle des Biceps medial. Die Röntgenuntersuchung ist obligat, ist diese nicht eindeutig, empfiehlt sich CT oder Arthroskopie.<br />
Therapie: In vielen Fällen besteht die Therapie in einer Kombination von chirurgischem Eingriff und Medikamenten. Bemerkt werden muss, dass unabhängig von der chirurgischen Technik sich immer eine schwere Arthrose entwickelt. Es scheint durchaus gerechtfertigt zu sein, frühzeitig konservative Maßnahmen zu ergreifen und je nach Verlauf die chirurgische Intervention abzuwarten. Zu diesem Krankheitskomplex zählen 4 unterschiedliche Haupterkrankungen:</p>
<h3>Ellbogeninkongruenz (EI)</h3>
<p>Ulna und Radius entwickeln sich ungleich, eine mehr oder minder ausgeprägte Stufe entsteht, in der Bewegung entstehen Zonen erhöhten Drucks, so dass die folgend beschriebenen Krankheiten sich entwickeln können.</p>
<h3>FCP (fragmentierter processus coronoideus)</h3>
<p>Unter diesem Begriff werden alle Veränderungen des medialen Coronoids zusammengefasst, die letztendlich zu einer Fissurenbildung und /oder Fragmentierung führt.</p>
<h3>OCD (Osteochondrosis dissicans) des medialen Condylus humeri</h3>
<p>In der jungen Knochenentwicklung vereinigen sich aufgrund einer Knorpelstörung Knochen und Knorpel nicht.</p>
<h3>IPA: isolierter Processus anconeus</h3>
<p>Im Alter von 20 Wochen hat immer noch keine Union von Processus und Ulna stattgefunden. In diesem Fall ist die Chirurgie die Methode der Wahl. Der Processus kann sowohl fixiert als auch entfernt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit der dynamischen Ulnaosteotomie. Im Allgemeinen werden die besten Erfolge bei Operationen unter 6 Monaten erzielt. Bei jungen Hunden wird der Erhalt des PA angestrebt.<br />
Bei der Katze können wir die Degeneration des Ellbogengelenkes nach diesen Parametern nicht festlegen. Bis dato liegen keine Untersuchungen vor. Katzen leiden allerdings auch an Ellbogenarthrose, aber in der Regel wird sie erst beim älteren Tier diagnostiziert. Vorsorgeuntersuchungen, wie sie beim Rassehund teils vorgeschrieben sind, sind bei der Katze leider noch nicht üblich. Das wird sich sicherlich in Zukunft ändern.</p>
<h3>Kniegelenk (Gonarthrose)</h3>
<p><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_01.png"><img loading="lazy" class="img-responsive alignleft wp-image-6165 size-large" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_01-1024x366.png" alt="" width="1024" height="366" srcset="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_01-1024x366.png 1024w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_01-300x107.png 300w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_01-768x275.png 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a>Bei Hunden mittleren Alters konzentrieren sich die degenerativen Gelenkerkrankungen hauptsächlich aufs Kniegelenk. In der Regel entwickelt sich eine Arthrose im Kniegelenk aufgrund traumatischer Kontussion oder eines Kreuzbandrisses. Leider verhindert die notwendige Kreuzbandoperation nicht die Arthroseentwicklung – unabhängig von der Operationsmethode.<br />
Bei den großen Hunden erfolgt der Bandriss meist zwischen dem 5. – 7. Lebensjahr, bei den kleinen Rassen erst im höheren Alter (&gt; 9 Jahre).<br />
Bei den Katzen finden wir Kreuzbandschädigungen in der Regel als Folge eines schweren Traumas. Nur die großen Maincoonkatzen zeigen iatrogen Degeneration im Kniegelenk aufgrund ihres Körpergewichts.</p>
<h3>Hüftgelenksdysplasie (HD)</h3>
<p><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_03.png"><img loading="lazy" class="img-responsive alignleft wp-image-6167 size-large" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_03-1024x424.png" alt="" width="1024" height="424" srcset="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_03-1024x424.png 1024w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_03-300x124.png 300w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_03-768x318.png 768w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_03.png 2026w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a>Die HD gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei Hund und Katze, klinische Bewegungsstörungen treten in der Regel erst im fortgeschrittenem Alter auf, obwohl die HD genetisch vorbestimmt ist. Allerdings können optimale Haltungs- und Ernährungsbedingungen die Arthroseentwicklung beeinflussen.<br />
Bei der HD liegt eine ausgeprägte Laxität der Hüfte vor: Die minder ausgeprägte Pfanne hält den Femurkopf nicht in Position und erlaubt ihm im schlimmsten Fall nach dorsal zu luxieren. Jeder Schritt belastet das Gelenk unphysiologisch, sodass sich mit der Zeit eine schwere Arthrose entwickelt. Die Diagnose HD wird im ersten Lebensjahr mittels Röntgen festgestellt. Es gibt schwere Fälle der HD, bei denen schon der junge Hund vor Vollendung des ersten Lebensjahres episodisch Lahmheit zeigt, bzw. schwer aufsteht, widerwillig läuft und Treppen vermeidet. Statt Galopp zeigt der Hund das sog. Bunny hopping: beide Hinterläufe werden im Rennen gleichzeitig vorgeführt. Auffällig ist bei allen Hunden mit zunehmendem Alter die Gewichtsverlagerung auf die Vorhand und der kurzgreifende Schritt der Hinterhand. Zusätzlich ist der Hüftschwung stark ausgeprägt. Die Entlastung der Hinterhand führt zusätzlich zur Muskelatrophie der Oberschenkelmuskulatur. Die Hunde zeigen einen breit ausgeprägten Brustkorb und eine schmale Hinterhand. Je nach Schweregrad der Arthrose zeigen sich die ersten Beschwerden ab dem 5. Lebensjahr.<br />
An chirurgischen Maßnahmen beim jungen Hund können eingesetzt werden: das künstliche Hüftgelenk (Endoprothese), die dreifache Beckenosteotomie (DBO), Femurkopf halsresektion (FKR). Die FKR ist eine gute Option für Hunde unter 20 kg, bei denen die arthrotischen Veränderungen schon sehr fortgeschritten sind.<br />
Die DBO wird beim sehr jungen, noch wachsenden Hund durchgeführt. Als Komplikation treten Schraubenlockerung und verzögerte Heilung auf, eine weitere arthrotische Entwicklung des Gelenks ist nicht auszuschließen. Vorzuziehen ist die Totalendoprothese, die den Tieren in großem Maße zu Schmerzfreiheit verhilft. Beim älteren Tier sind wir auf konservative Maßnahmen angewiesen. Voraussetzung für ein erfolgreiches Vorgehen ist als erstes Idealgewicht.<br />
Die Schulmedizin bietet die Behandlung mit Schmerzmitteln an. Erleichternd sind auf jeden Fall physikalische Therapien, welche die Beweglichkeit fördern. Chronische Schmerzen werden am besten mit Akupunktur behandelt. Die Goldakupunktur ist als prophylaktische und therapeutische Maßnahme eine weitere Option.</p>
<h3>Spondylose</h3>
<p><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_04.png"><img loading="lazy" class="img-responsive alignleft wp-image-6168 size-large" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_04-1024x260.png" alt="" width="1024" height="260" srcset="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_04-1024x260.png 1024w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_04-300x76.png 300w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_04-768x195.png 768w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_04.png 2008w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a>Unter Spondylose versteht man die Beeinträchtigung der Wirbelartikulation. Im Fall der Spondylose werden die elastischen Elemente (Bänder, Zwischenwirbelscheiben) der Wirbelsäule abgebaut und knöchernde Zubildungen (Enthesiophyten) entstehen. Die Umbauprozesse beginnen in der Regel an der Unterseite der Wirbel. Diese Spondylosen können sich erheblich ausdehnen und im Seitenbereich der Wirbelkörper bis in die Region der Nervenabgänge hineinreichen. Werden ganze Wirbelsäulenabschnitte durch eine massive Knochenbrücke starr miteinander verbunden, dann spricht man von Ankylose. Bei einer Spondylarthrose sind auch die kleinen Wirbelgelenke oberhalb der Nervenabgänge in das degenerative Geschehen einbezogen. Diese Verknöcherungen entstehen an den Stellen der stärksten Belastung. Im Prinzip ist das ein Selbstschutz des Körpers, denn an den versteiften Wirbeln können keine Einquetschungen der Nerven mehr erfolgen. Leider braucht dieser Prozess lang und in der Zwischenzeit können erhebliche Schmerzen mit partiellen Lähmungserscheinungen auftreten. Hier besteht immer akuter dringender Behandlungsbedarf. Werden die sensiblen Strukturen im letzten Lendenwirbel und Sacrum eingeengt, spricht man vom Cauda Equina Syndrom (CES).<br />
Arthrotische Veränderungen sind von Tumorerkrankungen zu differenzieren. Jede Art der Verdickung eines Gelenks verlangt eine weiterführende Diagnostik. Häufig kann schon ein einfaches Röntgenbild Klarheit verschaffen und das Tier vor weiterem Leid bewahren.</p>
<h2>Degenerative Gelenkerkrankungen bei der Katze</h2>
<p>In der Vergangenheit wurden degenerative Erkrankungen bei der Katze deutlich unterschätzt, wenn nicht gar übersehen und ignoriert. Weil die Katze leicht und wendig ist, kann sie selbst schwere orthopädische Probleme kaschieren. Es lag ein großes Unverständnis zum Schmerzverhalten von Katzen vor. Im Gegensatz zum Hund signalisieren Katzen Gelenkschmerz selten nach außen. Klinische Lahmheitssymptome erleben wir nur bei akuten Traumata oder Kreuzbandriss, ansonsten leiden unsere Katzen still.<br />
In einer Studie von Katzen mit einem starken osteoarthrotischen Befund zeigten nur 33 % klinische Lahmheitssymptome. Auffälligstes Symptom für Arthroseschmerz sind vielmehr Verhaltensänderungen, die allerdings sehr subtil sein können. Oft widersetzen die Katzen sich beim Handling oder entziehen sich den Zuwendungen durch ihre Besitzer, in der Regel werden sie nur ruhiger, ziehen sich zurück und schlafen mehr, grenzen ihren Aktionsradius ein, was aber selten wahrgenommen wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_06.png"><img loading="lazy" class="img-responsive alignleft wp-image-6170 size-large" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_06-1024x269.png" alt="" width="1024" height="269" srcset="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_06-1024x269.png 1024w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_06-300x79.png 300w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_06-768x202.png 768w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_06.png 2020w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<h3>Leitsymptom von Schmerz ist bei der Katze Unauffälligkeit.</h3>
<p>Gelenkveränderungen zeigen sich bei der Katze vorwiegend im höheren Alter – wir sprechen von einer Prävalenz von 90 %. Dabei sind genau wie beim Hund in erster Linie die Hüften betroffen, Katzen über 6 kg entwickeln eher eine Coxarthrose als kleinere Tiere.<br />
Die zweithäufigste Gelenkerkrankung bei der Katze ist die Spondylose deformans der Wirbelsäule, dabei befinden sich die Veränderungen sowohl an den Brust- wie an den Lendenwirbeln. Arthrosen in Ellbogen- und Kniegelenken zeigen sich ebenfalls vermehrt mit zunehmendem Alter, allerdings ohne klinische Symptomatik.<br />
All diese Untersuchungen zeigen, dass auch Katzen eine starke Tendenz zu osteoarthrotischen Veränderungen aufweisen und diese in Zukunft in den diagnostischen Untersuchungsgang mit einbezogen werden müssen. Die ältere Katze sollte genau wie der Hund routinemäßig geröngt werden. Die Besitzer sind diesbezüglich zu sensibilisieren, da sie Schmerzveränderungen bei ihren Tieren schwer wahrnehmen können. Gezielte Verhaltensfragebögen können ihnen helfen, Schmerzen bei ihren Katzen zu erkennen. Neoplasien des Skelettsystems sind bei der Katze eher selten. Primäre Osteosarkome zeigen sich im Bereich der Beckengliedmaße häufiger als in der Vorhand. Die häufigsten Lokalisationen sind distaler Femur, proximale Tibia und proximaler Humerus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Zusammenfassung</h2>
<h3>Folgen der OA für den gesamten Bewegungsapparat</h3>
<p>Die OA beschränkt sich leider nicht nur auf das ursprünglich „kranke“ Gelenk, sondern schädigt entlang der Bewegungsachse weitere Gelenke. Je größer die Gewichtsklasse, umso dramatischer sind die Folgen der OA auf die Lebensspanne des Tieres einzustufen. Auch Katzen entwickelt ähnlich wie der Hund mit zunehmendem Alter Folgearthrosen in ursächlich nicht betroffenen Gelenken. Dem Arthroseschmerz wird stets ausgewichen, indem das betroffene Gelenk geschont wird. Schmerzen in der Hinterhand führen zu einer vermehrten Gewichtsbelastung in den Ellbogengelenken, ursächlich dysplastische Gelenkveränderungen in einem Ellbogen hingegen zu einer Fehlbelastung des anderen Ellbogens sowie der kollateralen Hinterhand, insbesondere des Kniegelenks. Die überbelasteten Gelenke reagieren auf den mechanischen Stress genau wie das kranke Gelenk mit Synovialitis, Kapselverdickung, Knorpel- und Knochendeformationen, die bald auch im Röntgenbild nachweisbar sind. Zusätzlich werden durch die permanente Fehlbelastung die weiteren Stellgrößen des Bewegungsapparates wie Sehnen und Muskeln in das Krankheitsgeschehen mit einbezogen. Muskelverkürzungen und Muskelhartspann, Verspannungen und Verkalkungen der Sehnen aggravieren die Situation und vergrößern den Schmerzradius. Wir sprechen nun vom chronischen Schmerzpatienten.<br />
Eigene Röntgenuntersuchungen an 400 Hunden mit degenerativen Gelenkerkrankungen haben ergeben,</p>
<ul>
<li>dass 80 % der Hunde, die im Jugendalter nur eine Hüftgelenksdysplasie gezeigt haben, im Alter von 5 bis 7 Jahren zusätzlich eine Arthrose im Ellbogengelenk entwickelt haben,</li>
<li>dass 15 % der Hunde mit einer einseitigen Ellbogendysplasie im Alter arthrotische Veränderungen im anderen Ellbogen und kollateralem Knie bis hin zum Kreuzbandriss (8%) aufwiesen,</li>
<li>dass selbst bei solchen Hunden, die im Hauptröntgen HD- frei befunden wurden, und die nur eine Arthrose in der Vorhand zeigten (in der Regel im Ellbogen), sich die Femurköpfe durch die Fehlbelastung deformiert haben – auch sie zeigten im höherem Alter coxarthrotische Malformation.</li>
</ul>
<p>Dabei ist es unbedeutend, ob sich die Arthrose aufgrund der Dysplasie oder eines chirurgischen Eingriffs (OCD-, FCP-Operation) entwickelt hat.</p>
<p><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_07.png"><img loading="lazy" class="img-responsive alignleft wp-image-6171 size-large" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_07-1024x282.png" alt="" width="1024" height="282" srcset="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_07-1024x282.png 1024w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_07-300x83.png 300w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_07-768x211.png 768w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_07.png 2014w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<h3>Therapie der Osteoarthrose</h3>
<p>Wir sprechen heutzutage von einer multimodalen Schmerztherapie, bei der sich Schulmedizin und Regulationsmedizin sinnvoll ergänzen. Leider sind wir medizinisch immer noch auf dem Stand, dass eine OA nicht geheilt werden kann. Somit ist das wichtigste Ziel der Therapie, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit der Gelenke zu fördern.</p>
<p><span class="unterlegtgrau titelrot">Jede Beeinträchtigung der Biomechanik eines Gelenkes hat Folgen. Dazu gehören auch unsere Operationen. Jede Gelenkoperation – egal welche Methode eingesetzt wird – führt letztendlich zu einer Osteoarthrose. Die biomechanischen Stellgrößen der Gelenke sind zu sensibel, als dass sie eine Manipulation verzeihen. Deshalb lautet der oberste Grundsatz in der Orthopädie vor jeder Therapie: „never change a running system“.</span></p>
<p>Die Therapie beinhaltet diätetische Maßnahmen (Idealgewicht ist das Tor zum Erfolg), Medikamenteneinsatz, Therapien aus der Regulationsmedizin und, wenn unumgänglich, auch die chirurgische Intervention. Dazu stehen uns schulmedizinisch viele Medikamente, die lokal oder systemisch eingesetzt werden können, zur Verfügung. Die Medikamente reichen von Chondroprotektiva, Pflanzenpräparaten zum Schutz von Knorpel und Knochen über Schmerzmittel unterschiedlicher Stärke, die als Tabletten verabreicht werden können oder direkt ins Gelenk instilliert werden.<br />
Da der chronische Schmerz von der Schulmedizin oft nicht ausreichend gelindert werden kann, sind zusätzlich Behandlungen mit Akupunktur, Goldakupunktur, Homöopathie, Physiotherapie und Osteopathie anzuraten. Mit Hilfe dieser Methoden kann häufig der Medikamenteneinsatz deutlich verringert und somit gefürchtete Nebenwirkungen reduziert werden. Eine Schmerztherapie verlangt immer eine kontinuierliche Betreuung der Patienten, die am besten von einer auf Schmerz spezialisierten Praxis durchgeführt wird.</p>
<p><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_08.png"><img loading="lazy" class="img-responsive wp-image-6172 size-large alignnone" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_08-1024x439.png" alt="" width="1024" height="439" srcset="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_08-1024x439.png 1024w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_08-300x128.png 300w, https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/12/spondylose_08-768x329.png 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<p><a href="https://www.rogalla-rummel.de/#rogalla">Dr. M. Rogalla</a></p>
<p>Dieser Artikel erschien auch in der Zeitschrift: Leben mit Tieren 01-2016.<br />
<a href="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2016/04/lebenmittieren_201601_arthrose_spondylose_u_co.pdf">Download pdf</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-spondylose-co/">Arthrose, Spondylose &#038; Co.</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de">Dr. Rogalla + Dr. Rummel</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Arthrose &#8211; wenn Bewegung keine Freude mehr macht</title>
		<link>https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-wenn-bewegung-keine-freude-mehr-macht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[frauadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Dec 2015 14:42:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arthrose]]></category>
		<category><![CDATA[Arthrose Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Gelenke]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.rogalla-rummel.de/?post_type=wissenswertes&#038;p=4385</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie merke ich, dass mein Tier Schmerzen hat? Das ist eine häufig gestellte Frage. Leider ist es außerordentlich schwer, die ersten Symptome zu erkennen, doch Sie sollten sich beunruhigen, wenn die Freude an der Bewegung insgesamt nachlässt. Bei Katzen ist das klinische Bild wesentlich unauffälliger als beim Hund (siehe den Artikel auf unserer homepage: Arthrose bei der Katze), oft treten die Veränderungen auch nur bei bestimmten Witterungsverhältnissen auf (Wetterfühligkeit der Arthrose). Häufig zeigen sich die ersten Symptome in kleinen Veränderungen: Das Aufstehen morgens ist schwerfälliger, die Gelenke brauchen „bis sie in Gang kommen“ das Springen wird vermieden, die Spielfreude lässt nach, manchmal erscheint Ihnen Ihr Freund missgelaunt, er möchte auf den Spaziergängen früher umkehren, nach Hause geht es auf einmal flotter als zum Feld hinaus Die Diagnose Arthrose in ihrem ganzen Ausmaß kann erst anhand von bildgebenden Verfahren wie Röntgen gestellt werden. Manchmal sind weitergehende Untersuchungen mit CT (Computertomographie) und MRT (Magnetresonanztomographie) vonnöten. Ratsam ist es, das Tier „durchzuröntgen“ (d.h., nicht nur eine Aufnahme von dem betroffenen Gelenk anzufertigen), da in der Regel weitere Gelenke mitbeschädigt sind. Das betroffene Gelenk muss auch immer in zwei Ebenen geröngt werden, da die Aufnahme sonst nicht immer aussagekräftig ist. Manche Gelenke (z. B. Ellbogen) benötigen sogar drei Lagerungen in bestimmter Winkelung. Die Diagnose Arthrose bei Ihrem Liebling ist immer ein Schock, da Sie ja jetzt wissen, dass Ihr Tier an Schmerzen leidet, doch muss es kein unabänderliches Schicksal sein, da Sie sehr viel dafür tun können, um die Gelenkschmerzen zu lindern. Es kommt darauf an, möglichst frühzeitig einzugreifen. Gelenke Einige Gelenke &#8211; wie vorne Ellbogen- und Schultergelenk und hinten Hüft- und Kniegelenk &#8211; tragen die Hauptlast des Körpergewichts, wobei beim Hund auf den Vordergelenken natürlicherweise 60% des Gewichts liegt. Mit zunehmendem Alter treten natürliche Abnutzungserscheinungen auf. Diese werden durch Faktoren wie Übergewicht, degenerative Gelenkerkrankungen, HD (Hüftdysplasie) ED (Ellbogendysplasie) oder Verletzungen wie Kreuzbandriß , Meniskusverletzung, Knorpelabsplitterung (Osteochondrose dissecans) begünstigt. Alle Hunde können unabhängig von Größe, Gewicht und Alter eine Arthrose entwickeln, doch bei den größeren Rassen besteht ein statistisch höheres Risiko. Entscheidend für die Funktion der Gelenke ist ein steter Wechsel zwischen Belastung und Entlastung. Die Gelenke sind hohen Belastungen ausgesetzt und damit die Bewegung geschmeidig und schmerzfrei ist, sind alle Strukturen: Knochen, Gelenkkapsel, Muskeln, Bänder und Sehnen, fein aufeinander abgestimmt. Der harte Knochen ist mit einem glatten, elastischem Knorpel überzogen, Gelenkflüssigkeit (Synovia) schützt den Knorpel vor Abrieb und versorgt ihn über Diffusion mit Nährstoffen. Tritt nun in einem dieser Gleichgewichtsfaktoren eine Störung auf, nimmt die Arthrose ihren Anfang. Die Versorgung des Knorpels ist unzureichend und winzige Knorpelteile werden abgerieben. Diese führen zu Verletzungen auf der glatten Knorpeloberfläche, die mit der Zeit immer größer werden. Es entwickeln sich Erosionen bis tief auf den Knochen, der nun keinen Schutz mehr hat. Gleichzeitig verändert auch die Gelenkflüssigkeit ihre Zusammensetzung, so dass sie ihre schützende Funktion als Gleitmittel nicht mehr erfüllen kann. Die Folgen sind verheerend, das Gelenk entzündet sich und die Entzündungszellen zerstören das Gelenk noch weiter. Das Gelenk ist grundsätzlich sehr schmerzunempfindlich, die Schmerzzellen reagieren sehr träge. Das muss so sein, da sonst ja jede Bewegung weh tut. Sind die Schmerzzellen aber einmal aktiviert, hören sie nicht auf, Schmerz zu melden. Gelingt es nicht diesen Prozess zügig zu unterbrechen, verschlimmert sich das Geschehen und der Hund hat eine chronische Schmerzkrankheit. Arthrosebehandlung Auch wenn ich seit 1996 den Arthroseschmerz mit sehr großem Erfolg mit der Goldakupunktur behandelt habe (bei Hunden UND Katzen), möchte ich doch über die bestehenden schulmedizinischen Möglichkeiten aufklären, die alle sinnvoll sind. Schmerz schädigt den gesamten Organismus, Schmerz macht krank und verändert Verhalten, Schmerz ist immer unerträglich und niemand (Mensch und Tier) gewöhnt sich an ihn, Ganz im Gegenteil: je länger er anhält, umso schlimmer wird er. Es bildet sich das sog. Schmerzgedächtnis aus, das dann auch auf kleine Reize mit großen Schmerzen reagiert. Therapie mit Hyaluronsäure Hyaluron ist eine Substanz, die von Natur aus in den Gelenken vorkommt, sie verbessert die Gleitfähigkeit und optimiert die Nährstoffversorgung. Sie wird direkt in das Gelenk injeziert. Dort ergänzt sie die krankhaft veränderte Gelenkflüssigkeit und regt zusätzlich die körpereigene Produktion an. Bei ausgeglichenen Tieren führen wir in unserer Praxis die Injektion ohne Sedation &#8211; also nur unter lokaler Betäubung &#8211; durch, denn die Injektion ist nicht schmerzhafter als eine normale Spritze. Allerdings muss der erste Ansatz „sitzen“, unter keinen Umständen darf der Knochen getroffen werden, da das hochgradig schmerzhaft ist. Einen zweiten Versuch toleriert das Tier nicht mehr, der Stress wäre zu groß. Eine solche Gelenkinjektion bedarf großer Erfahrung und vor allem Routine. Unter keinen Umständen darf daneben injeziert werden, das führt zu Entzündungen mit großen Scherzen! Zusätzlich wird dann Hyaluron oral gefüttert, eine solche Injektion kann im Abstand von 4 bis 6 Wochen wiederholt werden. Therapie mit Kortison Richtig angewendet, ist Kortison ein hervorragendes Medikament. Lange Zeit war Kortison als Gelenkinjektion sehr umstritten, weil oft ungeeignete Präparate angewandt wurden und häufig auch der Umgang damit unangemessen war. Die modernen Präparate sind aber nicht mehr so knorpelschädigend und sind hervorragend dazu geeignet, eine Entzündung auf schnellstem Wege zurückzudrängen. Häufig sind ist die Gelenkinjektion die einzige Möglichkeit, das dramatische Geschehen so schnell wie möglich einzudämmen. Denn je länger die Entzündung anhält, umso verheerender sind die Folgen für das Gelenk. Richtig angewandt, klingen die Beschwerden schon nach einigen Tagen ab. Das Kortison im Gelenk hat nur geringe Nebenwirkungen (Durst, vermehrten Appetit, mehr Urinabsatz); da es ja hauptsächlich direkt im Gelenk wirkt und nicht den gesamten Körper durchflutet. Allerdings dürfen diese Injektionen nur zwei- bis maximal dreimal in mehrwöchigem Abstand wiederholt werden. Ist die hochgradig schmerzhafte Entzündung erst einmal unter Kontrolle, kann dann ausgewogen mit anderen Präparaten weitergearbeitet werden. Therapie mit Schmerzmedikamenten Die nichtsteriodialen Entzündungshemmer (NSAIDs) haben sich in der modernen Schmerztherapie bewährt. Ihre Verträglichkeit ist oft gut. Wichtig ist es, diese Medikamente lang genug zu geben und dann nach Wirksamkeit zu titrieren, um Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Was lang genug ist, werden wir über Untersuchungen des Schmerzgeschehens entscheiden können. Ist der Arthroseschmerz ausreichend eingedämmt, beginnt ein Programm mit unterstützenden Substanzen (Chondroprotektiva) die verhindern sollen, das</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-wenn-bewegung-keine-freude-mehr-macht/">Arthrose &#8211; wenn Bewegung keine Freude mehr macht</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de">Dr. Rogalla + Dr. Rummel</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie merke ich, dass mein Tier Schmerzen hat?<br />
Das ist eine häufig gestellte Frage. Leider ist es außerordentlich schwer, die ersten Symptome zu erkennen, doch Sie sollten sich beunruhigen, wenn die Freude an der Bewegung insgesamt nachlässt.<br />
Bei Katzen ist das klinische Bild wesentlich unauffälliger als beim Hund (siehe den Artikel auf unserer homepage: <a href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-arthritis-bei-der-katze-ein-unerkanntes-problem-chronische-schmerzen-bei-der-katze/">Arthrose bei der Katze</a>), oft treten die Veränderungen auch nur bei bestimmten Witterungsverhältnissen auf (Wetterfühligkeit der Arthrose).</p>
<p>Häufig zeigen sich die ersten Symptome in kleinen Veränderungen:</p>
<ul>
<li>Das Aufstehen morgens ist schwerfälliger, die Gelenke brauchen „bis sie in Gang kommen“</li>
<li>das Springen wird vermieden,</li>
<li>die Spielfreude lässt nach,</li>
<li>manchmal erscheint Ihnen Ihr Freund missgelaunt,</li>
<li>er möchte auf den Spaziergängen früher umkehren, nach Hause geht es auf einmal flotter als zum Feld hinaus</li>
</ul>
<p>Die Diagnose Arthrose in ihrem ganzen Ausmaß kann erst anhand von bildgebenden Verfahren wie <b>Röntgen</b> gestellt werden. Manchmal sind weitergehende Untersuchungen mit <b>CT</b> (Computertomographie) und <b>MRT</b> (Magnetresonanztomographie) vonnöten. Ratsam ist es, das Tier „durchzuröntgen“ (d.h., nicht nur eine Aufnahme von dem betroffenen Gelenk anzufertigen), da in der Regel weitere Gelenke mitbeschädigt sind.<br />
Das betroffene Gelenk muss auch immer in zwei Ebenen geröngt werden, da die Aufnahme sonst nicht immer aussagekräftig ist. Manche Gelenke (z. B. Ellbogen) benötigen sogar drei Lagerungen in bestimmter Winkelung.<br />
Die Diagnose Arthrose bei Ihrem Liebling ist immer ein Schock, da Sie ja jetzt wissen, dass Ihr Tier an Schmerzen leidet, doch muss es kein unabänderliches Schicksal sein, da Sie sehr viel dafür tun können, um die Gelenkschmerzen zu lindern.<br />
<b>Es kommt darauf an, möglichst frühzeitig einzugreifen</b>.</p>
<h2>Gelenke</h2>
<p>Einige Gelenke &#8211; wie vorne Ellbogen- und Schultergelenk und hinten Hüft- und Kniegelenk &#8211; tragen die Hauptlast des Körpergewichts, wobei beim Hund auf den Vordergelenken natürlicherweise 60% des Gewichts liegt. Mit zunehmendem Alter treten natürliche Abnutzungserscheinungen auf. Diese werden durch Faktoren wie Übergewicht, degenerative Gelenkerkrankungen, HD<br />
(Hüftdysplasie) ED (Ellbogendysplasie) oder Verletzungen wie Kreuzbandriß , Meniskusverletzung, Knorpelabsplitterung<br />
(Osteochondrose dissecans) begünstigt.<br />
Alle Hunde können unabhängig von Größe, Gewicht und Alter eine Arthrose entwickeln, doch bei den größeren Rassen besteht ein statistisch höheres Risiko.<br />
Entscheidend für die Funktion der Gelenke ist ein steter Wechsel zwischen Belastung und Entlastung.<br />
Die Gelenke sind hohen Belastungen ausgesetzt und damit die Bewegung geschmeidig und schmerzfrei ist, sind alle Strukturen: Knochen, Gelenkkapsel, Muskeln, Bänder und Sehnen, fein aufeinander abgestimmt.<br />
Der harte Knochen ist mit einem glatten, elastischem Knorpel überzogen, Gelenkflüssigkeit (Synovia) schützt den Knorpel vor Abrieb und versorgt ihn über Diffusion mit Nährstoffen.<br />
Tritt nun in einem dieser Gleichgewichtsfaktoren eine Störung auf, nimmt die Arthrose ihren Anfang.<br />
Die Versorgung des Knorpels ist unzureichend und winzige Knorpelteile werden abgerieben. Diese führen zu Verletzungen auf der glatten Knorpeloberfläche, die mit der Zeit immer größer werden. Es entwickeln sich Erosionen bis tief auf den Knochen, der nun keinen Schutz mehr hat. Gleichzeitig verändert auch die Gelenkflüssigkeit ihre Zusammensetzung, so dass sie ihre schützende Funktion als Gleitmittel nicht mehr erfüllen kann.<br />
Die Folgen sind verheerend, das Gelenk entzündet sich und die Entzündungszellen zerstören das Gelenk noch weiter.<br />
Das Gelenk ist grundsätzlich sehr schmerzunempfindlich, die Schmerzzellen reagieren sehr träge. Das muss so sein, da sonst ja jede Bewegung weh tut. Sind die Schmerzzellen aber einmal aktiviert, hören sie nicht auf, Schmerz zu melden. Gelingt es nicht diesen Prozess zügig zu unterbrechen, verschlimmert sich das Geschehen und der Hund hat eine <b>chronische Schmerzkrankheit</b>.</p>
<h2>Arthrosebehandlung</h2>
<p>Auch wenn ich seit 1996 den Arthroseschmerz mit sehr großem Erfolg mit der <a href="https://www.rogalla-rummel.de/schwerpunkte/goldimplantation/">Goldakupunktur</a> behandelt habe (bei Hunden <b>UND</b> Katzen), möchte ich doch über die bestehenden schulmedizinischen Möglichkeiten aufklären, die alle sinnvoll sind.</p>
<p><b>Schmerz schädigt den gesamten Organismus,<br />
Schmerz macht krank und verändert Verhalten,<br />
Schmerz ist immer unerträglich und niemand (Mensch und Tier) gewöhnt sich an ihn,<br />
Ganz im Gegenteil: je länger er anhält, umso schlimmer wird er.<br />
Es bildet sich das sog. Schmerzgedächtnis aus, das dann auch auf kleine Reize mit großen Schmerzen reagiert.</b></p>
<h2>Therapie mit Hyaluronsäure</h2>
<p>Hyaluron ist eine Substanz, die von Natur aus in den Gelenken vorkommt, sie verbessert die Gleitfähigkeit und optimiert die Nährstoffversorgung. Sie wird <b>direkt in</b> das Gelenk injeziert. Dort ergänzt sie die krankhaft veränderte Gelenkflüssigkeit und regt zusätzlich die körpereigene Produktion an.<br />
Bei ausgeglichenen Tieren führen wir in unserer Praxis die Injektion ohne Sedation &#8211; also nur unter lokaler Betäubung &#8211; durch, denn die Injektion ist nicht schmerzhafter als eine normale Spritze.<br />
Allerdings muss der erste Ansatz „sitzen“, unter keinen Umständen darf der Knochen getroffen werden, da das hochgradig schmerzhaft ist.<br />
Einen zweiten Versuch toleriert das Tier nicht mehr, der Stress wäre zu groß.<br />
Eine solche Gelenkinjektion bedarf großer Erfahrung und vor allem Routine. Unter keinen Umständen darf daneben injeziert werden, das führt zu Entzündungen mit großen Scherzen!<br />
Zusätzlich wird dann Hyaluron oral gefüttert, eine solche Injektion kann im Abstand von 4 bis 6 Wochen wiederholt werden.</p>
<h2>Therapie mit Kortison</h2>
<p>Richtig angewendet, ist Kortison ein hervorragendes Medikament.<br />
Lange Zeit war Kortison als Gelenkinjektion sehr umstritten, weil oft ungeeignete Präparate angewandt wurden und häufig auch der Umgang damit unangemessen war.<br />
Die modernen Präparate sind aber nicht mehr so knorpelschädigend und sind hervorragend dazu geeignet, eine Entzündung auf schnellstem Wege zurückzudrängen.<br />
Häufig sind ist die <b>Gelenkinjektion</b> die einzige Möglichkeit, das dramatische Geschehen so schnell wie möglich einzudämmen. Denn je länger die Entzündung anhält, umso verheerender sind die Folgen für das Gelenk.<br />
Richtig angewandt, klingen die Beschwerden schon nach einigen Tagen ab. Das Kortison im Gelenk hat nur geringe Nebenwirkungen<br />
(Durst, vermehrten Appetit, mehr Urinabsatz); da es ja hauptsächlich <b>direkt im Gelenk</b> wirkt und nicht den gesamten Körper durchflutet.<br />
Allerdings dürfen diese Injektionen nur zwei- bis maximal dreimal in mehrwöchigem Abstand wiederholt werden.<br />
Ist die hochgradig schmerzhafte Entzündung erst einmal unter Kontrolle, kann dann ausgewogen mit anderen Präparaten weitergearbeitet werden.</p>
<h2>Therapie mit Schmerzmedikamenten</h2>
<p>Die nichtsteriodialen Entzündungshemmer (NSAIDs) haben sich in der modernen Schmerztherapie bewährt.<br />
Ihre Verträglichkeit ist oft gut. Wichtig ist es, diese Medikamente lang genug zu geben und dann nach Wirksamkeit zu titrieren, um Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten.<br />
Was lang genug ist, werden wir über Untersuchungen des Schmerzgeschehens entscheiden können.</p>
<p>Ist der Arthroseschmerz ausreichend eingedämmt, beginnt ein Programm mit unterstützenden Substanzen (<b>Chondroprotektiva</b>)<br />
die verhindern sollen, das ein Entzündungsgeschehen wieder aufflammt.</p>
<h2>Langzeittherapie</h2>
<p><b>Die Arthrose ist nicht heilbar.</b><br />
Es kann uns nur gelingen, die Arthrose ruhig zu halten, so dass sie nicht wieder in einen schmerzhaften Prozess umschlägt.<br />
Die Arbeit mit Physiotherapie, <a href="https://www.rogalla-rummel.de/schwerpunkte/akupunktur/">Akupunktur</a>, <a href="https://www.rogalla-rummel.de/leistungen/pulsierende-magnetfeld-therapie-pmf/">Magnetfeldtherapie</a> ist sinnvoll, auch angemessene Bewegung und Schwimmen tut den Patienten gut.<br />
Doch am häufigsten habe ich mich für die <b><a href="https://www.rogalla-rummel.de/schwerpunkte/goldimplantation/">Goldakupunktur</a></b> entschieden,&nbsp; die sich als äußerst erfolgreich in der Behandlung des arthrotischen Patienten herausgestellt hat.<br />
Aber leider sind nicht alle Patienten mit dieser Methode zu behandeln und dieser Artikel soll Ihnen aufzeigen, dass mit einem guten Schmerzmanagement Ihrem Liebling hervorragend geholfen werden kann.<br />
<b> Die Behandlung von Schmerzen ist heutzutage ein Spezialgebiet, begeben Sie sich deswegen in die Hände von Spezialisten, denn nichts ist schlimmer als Dauerschmerz. </b></p>
<p><a href="https://www.rogalla-rummel.de/#rogalla"> Dr. M. Rogalla</a></p>
<p><strong>Siehe auch <a href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-spondylose-co/">Arthrose, Spondylose &amp; Co.</a></strong></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-wenn-bewegung-keine-freude-mehr-macht/">Arthrose &#8211; wenn Bewegung keine Freude mehr macht</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de">Dr. Rogalla + Dr. Rummel</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Arthrose / Arthritis bei der Katze &#8211; ein unerkanntes Problem. Chronische Schmerzen bei der Katze</title>
		<link>https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-arthritis-bei-der-katze-ein-unerkanntes-problem-chronische-schmerzen-bei-der-katze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[frauadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2015 02:35:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arthritis]]></category>
		<category><![CDATA[Arthrose]]></category>
		<category><![CDATA[chronische Schmerzen]]></category>
		<category><![CDATA[Katze]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://Chronische%20Schmerzen%20werden%20bei%20der%20Katze%20unterschätzt%20und%20viel%20zu%20selten%20diagnostiziert%20und%20behandelt.Insbesondere%20der%20chronische%20Arthroseschmerz%20findet%20kaum%20Beachtung.</guid>

					<description><![CDATA[<p>Chronische Schmerzen werden bei der Katze unterschätzt und viel zu selten diagnostiziert und behandelt. Insbesondere der chronische Arthroseschmerz findet kaum Beachtung. So erstaunt es nicht, dass auf den letzten internationalen Katzenkongressen Gelenkprobleme/ Gelenkschmerzen bei den Katzen immer wieder Hauptthema waren. Zu Recht stellte sich die Frage, warum die Osteoarthrose / Osteoarthritis ein so lange vernachlässigtes Gebiet in der Katzenmedizin war. Das liegt daran, dass man sehr lange der Überzeugung war, dass Katzen aufgrund ihres geringen Gewichtes nur selten an Osteoarthrose (OA) leiden. Diese degenerative Gelenkerkrankung wurde bis dato in der Tiermedizin hauptsächlich für Hunde beschrieben. Definition: Unter degenerativen Gelenkerkrankungen versteht man schmerzhafte Abnutzungserscheinungen der synovialen Gelenke, die mit zunehmendem Alter vermehrt auftreten können. Erst in den letzten Jahren widmete sich die Forschung den Katzen, so dass bewiesen werden konnte, dass sehr viel mehr Katzen als bisher angenommen wurden, an schmerzhaften degenerativen Gelenkveränderungen leiden. Leider ist es äußerst schwierig chronische Schmerzen bei der Katze zu erkennen, da sie sich bei Schmerzen ganz anders als der Hund oder insbesondere der Mensch verhält. Aber es ist mittlerweile unbestritten, dass Mensch und Tier vergleichbare Schmerzempfindungen haben. Vom Menschen weiß man, dass Schmerzen negativ die Funktionsfähigkeit des Gesamtorganismus beeinflussen, nicht anders verhält es sich bei unseren Tieren. Schmerzen können krank machen. Folgen sind schlechte Futteraufnahme und Verwertung, so dass die Tiere abnehmen; Schwächung des Immunsystems durch schmerzbedingten Stress , d.h., die Katzen sind anfälliger für Krankheiten, Automutilation durch Schmerz, krankhafte Übersensibilität, Verhaltensänderung wie Aggressivität und Stubenunreinheit und vieles mehr&#8230;. Chronische Schmerzen sind immer untrennbar mit Emotionen verbunden und werden deswegen individuell erlebt und gezeigt. Jeder Mensch erlebt ähnliche Schmerzsituationen anders, was für den einen großen Schmerz bedeutet, wird von jemand anderes gar nicht so intensiv empfunden. So werden Menschen in der Klinik dazu aufgefordert, ihren Schmerz in einer Skala von 1 – 10 einzuordnen. Das geht bei den Tieren nicht! Sie können nicht über ihre Schmerzen reden. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass Tiere immer versuchen, ihren Schmerz zu verbergen. Das ist genetisch festgelegt. Denn jedes Anzeichen von Schwäche könnte in der Natur ihren Tod bedeuten. Sie könnten zur Beute werden oder Konkurrenten dringen in ihr Territorium ein und berauben sie ihrer Beutemöglichkeiten. So versuchen sie verzweifelt, so lange wie möglich normal zu erscheinen. Um Schmerzen bei der Katze zu erkennen , muss man sie sehr genau beobachten. Das ist für Katzenbesitzer/ innen bedeutend schwieriger als für Hundebesitzer/innen. Unsere Stubentiger demonstrieren Schmerzen ganz anders als der Hund: der Hund lahmt bei einer Arthrose im Gelenk deutlich und das fällt den Hundebesitzer/innen beim Spaziergang sofort auf. Hingegen ist bei der Katze Lahmheit ein äußerst seltenes Symptom für OA. Ein steifer Gang bei der älteren Katze wird eher als normal angesehen und nicht als Zeichen von Schmerz, springt die Katze nicht mehr auf die Fensterbank oder den Kratzbaum, so wird auch das eher dem Alter zugeschrieben als dem Versuch, Schmerz zu vermeiden. Katzen verändern bei Schmerzen eher ihr Verhalten, was in der Medizin als „lifestyle“ -Veränderung beschrieben wird, doch sind diese Veränderungen wiederum viel subtiler als beim Hund. Katzen haben die exzellente Fähigkeit, Symptome einer Erkrankung zu maskieren und ihre Lebensweise der veränderten Situation anzupassen; sie ziehen sich eher zurück, sie bewegen sich einfach weniger, schlafen mehr, suchen niedrigere Schlafplätze auf, halten sich weniger in höheren Stockwerken auf, um die Treppen zu vermeiden, die Krallen werden seltener geschärft, sie putzen sich nicht mehr so oft- und manchmal verändert sich sogar ihr Kot- und Harnabsatzverhalten etc. Doch in den letzten Jahren haben wir erhebliche Fortschritte auf dem Gebiet der Schmerzerkennung und Schmerztherapie bei den Katzen gemacht. Insbesondere die Forschung in den angelsächsischen Ländern hat uns einen großen Schritt nach vorn gebracht. Eine Reihe von Studien beschäftigen sich mit degenerativen Gelenkerkrankungen bei der Katze. Die umfassendste Studie war die von Clarke u.a. (2005), in der 218 Katzen jeden Alters (Durchschnittsalter 6,5 Jahre) röntgenologisch untersucht wurden und festgestellt wurde, dass ein hoher Prozentsatz (34%) der untersuchten Katzen an feliner Osteoarthrose litt. Die Studie ergab, dass bei der Katze alle Gelenke, außer Ferse und Halswirbelsäule osteoarthrotisch verändert sind. Weitere Studien (Hardie, 2002), die sich auf ältere Katzen konzentrieren, zeigen, dass sogar 90% aller Katzen über 12 Jahre an OA leiden. Eine Studie von Godfrey (2005) zeigt aber auch, dass sogar jüngere Katzen an Gelenkbeschwerden leiden. Er beschreibt, dass 22% der untersuchten Katzen, die nur älter als ein Jahr waren, osteoarthrotisch veränderte Gelenke hatten. Somit können wir durchaus postulieren, dass die Osteoarthrose eine bedeutende Rolle in der Katzenmedizin spielt. Radiologische Veränderungen der Gelenke sind durchaus kein klinisch unbedeutender Nebenbefund und dürfen in ihrer Bedeutung nicht verkannt werden. So wurden Katzen, deren Gelenkbeschwerden behandelt wurden, wieder deutlich aktiver und zeigten ein deutlich gesteigertes Wohlbefinden. Osteoarthrosen sind langsam fortschreitende degenerative Veränderungen der Synovialgelenke (das sind alle Gelenke, die eine mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Kapsel haben ), bei denen der Gelenkknorpel destruiert wird und die umhüllenden Gelenkstrukturen wie Synovia und Gelenkkapsel in den Krankheitsprozess miteinbezogen werden. Bei Katzen sind Ellbogen, gefolgt von Hüfte , Knie und Schulter besonders häufig von der OA betroffen. Meist können die Ursachen für die OA nicht mehr eruiert werden. Doch in Frage kommen Altersbedingte Degeneration Trauma (Kniebandriß) Wachstumsstörungen (HD), Infektionen durch Viren (z.B. Calici, Coronavirus), Autoimmunerkrankung (rheumatoide Arthritis) Unsere Katzen werden zunehmend älter, waren 1967 nur 17% aller Katzen älter als 10 Jahre, so waren es 1997 schon 54%. Unsere Katzen heute erreichen oft ein Alter von 17 Jahren und älter und somit werden auch immer mehr Katzen an Osteoarthrose leiden. Das bedeutet im Klartext, dass viele Katzen an Arthroseschmerzen leiden und wir ihnen mit entsprechender Behandlung helfen können. Wie diagnostizieren wir Schmerzen? Somit sind wir als Tierärztinnen und Sie als Besitzer/innen gefordert, Katzen, die an chronischen Schmerzen leiden, zu erkennen. Ich betone das so explizit, da es sehr schwierig ist, Schmerzen bei Katzen zu diagnostizieren. Jede Veränderung des Verhaltens und der Gewohnheiten , sollten Sie uns bei der Untersuchung mitteilen. Natürlich sind nicht alle Veränderungen von Schmerzzuständen ausgelöst, sondern können auch von Faktoren in der Umgebung der Katze verursacht werden. Samantha Lindley, eine der Hauptvortragen auf dem Katzenkongress , empfiehlt die</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-arthritis-bei-der-katze-ein-unerkanntes-problem-chronische-schmerzen-bei-der-katze/">Arthrose / Arthritis bei der Katze &#8211; ein unerkanntes Problem. Chronische Schmerzen bei der Katze</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de">Dr. Rogalla + Dr. Rummel</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration: underline;"><b>Chronische Schmerzen werden bei der Katze unterschätzt und viel zu selten diagnostiziert und behandelt.<br />
Insbesondere der chronische Arthroseschmerz findet kaum Beachtung</b>.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><br />
</span>So erstaunt es nicht, dass auf den letzten internationalen Katzenkongressen<br />
Gelenkprobleme/ Gelenkschmerzen bei den Katzen immer wieder Hauptthema waren.<br />
Zu Recht stellte sich die Frage, warum die Osteoarthrose / Osteoarthritis ein so lange<br />
vernachlässigtes Gebiet in der Katzenmedizin war.<br />
Das liegt daran, dass man sehr lange der Überzeugung war, dass Katzen aufgrund ihres geringen Gewichtes nur selten an Osteoarthrose (OA) leiden. Diese degenerative Gelenkerkrankung wurde bis dato in der Tiermedizin hauptsächlich für Hunde beschrieben.</p>
<h3 style="padding-left: 30px;">Definition:</h3>
<p style="padding-left: 30px;">Unter degenerativen Gelenkerkrankungen versteht man schmerzhafte Abnutzungserscheinungen der synovialen Gelenke, die mit zunehmendem Alter vermehrt auftreten können.</p>
<p>Erst in den letzten Jahren widmete sich die Forschung den Katzen, so dass bewiesen werden konnte, dass sehr viel mehr Katzen als bisher angenommen wurden, an schmerzhaften degenerativen Gelenkveränderungen leiden.</p>
<p><b>Leider ist es äußerst schwierig chronische Schmerzen bei der Katze zu erkennen</b>, da sie sich bei Schmerzen ganz anders als der Hund oder insbesondere der Mensch verhält.<br />
Aber es ist mittlerweile unbestritten, dass Mensch und Tier vergleichbare Schmerzempfindungen haben. Vom Menschen weiß man, dass Schmerzen negativ die Funktionsfähigkeit des Gesamtorganismus beeinflussen, nicht anders verhält es sich bei unseren Tieren. Schmerzen können krank machen.</p>
<ul>
<li>Folgen sind schlechte Futteraufnahme und Verwertung, so dass die Tiere abnehmen;</li>
<li>Schwächung des Immunsystems durch schmerzbedingten Stress , d.h., die Katzen sind anfälliger für Krankheiten,</li>
<li>Automutilation durch Schmerz,</li>
<li>krankhafte Übersensibilität,</li>
<li>Verhaltensänderung wie Aggressivität und Stubenunreinheit und vieles mehr&#8230;.</li>
</ul>
<p><b>Chronische Schmerzen sind immer untrennbar mit Emotionen verbunden und werden deswegen individuell erlebt und gezeigt</b>.<br />
Jeder Mensch erlebt ähnliche Schmerzsituationen anders, was für den einen großen Schmerz bedeutet, wird von jemand anderes gar nicht so intensiv empfunden. So werden Menschen in der Klinik dazu aufgefordert, ihren Schmerz in einer Skala von 1 – 10 einzuordnen.</p>
<p><b>Das geht bei den Tieren nicht!</b> Sie können nicht über ihre Schmerzen reden.<br />
<b>Eine weitere Schwierigkeit ist, dass Tiere immer versuchen, ihren Schmerz zu verbergen</b>. Das ist genetisch festgelegt. Denn jedes Anzeichen von Schwäche könnte in der Natur ihren Tod bedeuten. Sie könnten zur Beute werden oder Konkurrenten dringen in ihr Territorium ein und berauben sie ihrer Beutemöglichkeiten. So versuchen sie verzweifelt, so lange wie möglich normal zu erscheinen.<br />
Um Schmerzen bei der Katze zu erkennen , muss man sie sehr genau beobachten. Das ist für Katzenbesitzer/ innen bedeutend schwieriger als für Hundebesitzer/innen.</p>
<p>Unsere Stubentiger demonstrieren Schmerzen ganz anders als der Hund: der Hund lahmt bei einer Arthrose im Gelenk deutlich und das fällt den Hundebesitzer/innen beim Spaziergang sofort auf.<br />
<b>Hingegen ist bei der Katze Lahmheit ein äußerst seltenes Symptom für OA</b>.<br />
Ein steifer Gang bei der älteren Katze wird eher als normal angesehen und nicht als Zeichen von Schmerz, springt die Katze nicht mehr auf die Fensterbank oder den Kratzbaum, so wird auch das eher dem Alter zugeschrieben als dem Versuch, Schmerz zu vermeiden.</p>
<p><b>Katzen verändern bei Schmerzen eher ihr Verhalten, was in der Medizin als „lifestyle“ -Veränderung beschrieben wird, doch sind diese Veränderungen wiederum viel subtiler als beim Hund</b>.<br />
Katzen haben die exzellente Fähigkeit, Symptome einer Erkrankung zu maskieren und ihre Lebensweise der veränderten Situation anzupassen; sie ziehen sich eher zurück, sie bewegen sich einfach weniger, schlafen mehr, suchen niedrigere Schlafplätze auf, halten sich weniger in höheren Stockwerken auf, um die Treppen zu vermeiden, die Krallen werden seltener geschärft, sie putzen sich nicht mehr so oft- und manchmal verändert sich sogar ihr Kot- und Harnabsatzverhalten etc.<br />
Doch in den letzten Jahren haben wir erhebliche Fortschritte auf dem Gebiet der Schmerzerkennung und Schmerztherapie bei den Katzen gemacht. Insbesondere die Forschung in den angelsächsischen Ländern hat uns einen großen Schritt nach vorn gebracht.</p>
<p>Eine Reihe von Studien beschäftigen sich mit degenerativen Gelenkerkrankungen bei der Katze.<br />
Die umfassendste Studie war die von Clarke u.a. (2005), in der 218 Katzen jeden Alters (Durchschnittsalter 6,5 Jahre) röntgenologisch untersucht wurden und festgestellt wurde, dass ein hoher Prozentsatz (34%) der untersuchten Katzen an feliner Osteoarthrose litt. Die Studie ergab, dass bei der Katze alle Gelenke, außer Ferse und Halswirbelsäule osteoarthrotisch verändert sind.<br />
<b>Weitere Studien (Hardie, 2002), die sich auf ältere Katzen konzentrieren, zeigen, dass sogar 90% aller Katzen über 12 Jahre an OA leiden</b>.<br />
Eine Studie von Godfrey (2005) zeigt aber auch, dass sogar<b> jüngere Katzen</b> an Gelenkbeschwerden leiden. Er beschreibt, dass 22% der untersuchten Katzen, die nur älter als ein Jahr waren, osteoarthrotisch veränderte Gelenke hatten.</p>
<p>Somit können wir durchaus postulieren, dass die Osteoarthrose eine bedeutende Rolle in der Katzenmedizin spielt. Radiologische Veränderungen der Gelenke sind durchaus kein klinisch unbedeutender Nebenbefund und dürfen in ihrer Bedeutung nicht verkannt werden.<br />
So wurden Katzen, deren Gelenkbeschwerden behandelt wurden, wieder deutlich aktiver und zeigten ein deutlich gesteigertes Wohlbefinden.<br />
Osteoarthrosen sind langsam fortschreitende degenerative Veränderungen der Synovialgelenke<br />
(das sind alle Gelenke, die eine mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Kapsel haben ), bei denen der Gelenkknorpel destruiert wird und die umhüllenden Gelenkstrukturen wie Synovia und Gelenkkapsel in den Krankheitsprozess miteinbezogen werden.<br />
Bei Katzen sind Ellbogen, gefolgt von Hüfte , Knie und Schulter besonders häufig von der OA betroffen. Meist können die Ursachen für die OA nicht mehr eruiert werden. Doch in Frage kommen</p>
<ul>
<li>Altersbedingte Degeneration</li>
<li>Trauma (Kniebandriß)</li>
<li>Wachstumsstörungen (HD),</li>
<li>Infektionen durch Viren (z.B. Calici, Coronavirus),</li>
<li>Autoimmunerkrankung (rheumatoide Arthritis)</li>
</ul>
<p>Unsere Katzen werden zunehmend älter, waren 1967 nur 17% aller Katzen älter als 10 Jahre, so waren es 1997 schon 54%. Unsere Katzen heute erreichen oft ein Alter von 17 Jahren und älter und somit werden auch immer mehr Katzen an Osteoarthrose leiden.<br />
Das bedeutet im Klartext, dass viele Katzen an Arthroseschmerzen leiden und wir ihnen mit entsprechender Behandlung helfen können.</p>
<h2>Wie diagnostizieren wir Schmerzen?</h2>
<p>Somit sind wir als Tierärztinnen und Sie als Besitzer/innen gefordert, Katzen, die an chronischen Schmerzen leiden, zu erkennen. Ich betone das so explizit, da es sehr schwierig ist, Schmerzen bei Katzen zu diagnostizieren. Jede Veränderung des Verhaltens und der Gewohnheiten , sollten Sie uns bei der Untersuchung mitteilen. Natürlich sind nicht alle Veränderungen von Schmerzzuständen ausgelöst, sondern können auch von Faktoren in der Umgebung der Katze verursacht werden.<br />
Samantha Lindley, eine der Hauptvortragen auf dem Katzenkongress , empfiehlt die Anwendung eines Diagnosedreiecks von Befragung der Besitzer/innen – Röntgen – und klinischer Untersuchung, bei der die Palpation im Mittelpunkt steht.<br />
Bei der Untersuchung der Katze ist es äußerst wichtig, dass sie sich wohlfühlt.<br />
Unser Personal ist im sanften Umgang mit Katzen geschult, und mit Pheromen im Untersuchungsraum wird für die Katze eine angenehme Atmosphäre geschaffen. Nur so ist die Katze bei der Untersuchung entspannt.<br />
<b>Erst dann beginnt die Palpation</b>.<br />
Hier ist die Ausbildung in der Triggerpointdiagnostik und <b>Neuraltherapie</b> sehr hilfreich, zusätzlich erleichtert die Untersuchung der diagnostischen Punkte der Akupunktur die Schmerzdiagnose.<br />
Diese Untersuchungsmethoden sind für viele Tierärzte noch Neuland, doch ist es ein unabdingbares Diagnostikum, das wichtige Informationen über den Ort und den Grad des Schmerzes liefert.<br />
Das Röntgen bestätigt uns unsere Verdachtdiagnose.</p>
<h2>Wie behandeln wir die Schmerzen der Katzen?</h2>
<p>Nun beginnen wir mit dem Schmerzmanagement. Wir setzen <b>klassische Schmerzmittel</b> und <b>Chondroprotektiva</b> ein, behandeln die Patienten mit <b><a href="https://www.rogalla-rummel.de/schwerpunkte/akupunktur/">Akupunktur</a> und <a href="https://www.rogalla-rummel.de/leistungen/pulsierende-magnetfeld-therapie-pmf/">Magnetfeldtherapie</a></b> und für manche Katzen kommt auch die <b><a href="https://www.rogalla-rummel.de/schwerpunkte/goldimplantation/">Goldakupunktur</a></b> zur Linderung der chronischen <a href="https://www.rogalla-rummel.de/leistungen/schmerztherapie/">Schmerzen</a> zum Einsatz.</p>
<h3 style="padding-left: 30px;"><b>Definition:</b></h3>
<p style="padding-left: 30px;">Akupunktur ist eine effektvolle und vor allem nebenwirkungsfreie Therapie zur Behandlung des Schmerzes. Durch den Einstich der Akupunkturnadeln wird das Freisetzen von Neurotransmittern induziert, welche die Weiterverarbeitung von Schmerzsignalen reduzieren und im Gehirn Endorphine (Opiate) freisetzen, die den Schmerz reduzieren oder ganz auflösen. Klassische Schmerzmittel wirken übrigens auf ähnliche Weise.</p>
<p>Für manche gewichtige Stubentiger ist eine Gewichtsreduktion von Vorteil.<br />
Unsere Spezialisierung auf die Schmerztherapie, die wir seit Jahren erfolgreich bei unseren Hundepatienten einsetzen und die Spezialisierung der Kollegin <a href="https://www.rogalla-rummel.de/#rummel">Dr. Rummel</a> auf Katzenerkrankungen,<br />
sind in der schwierigen Diagnosestellung sicherlich von Vorteil.<br />
<b>Unser Ziel ist es, unseren arthrotischen Stubentigern wieder ein schönes Leben mit hoher Lebensqualität zu ermöglichen – so wie die englische Literatur es nennt : Lifestyle Verbesserung</b>.<br />
(Autor Dr. Rogalla)</p>
<h3>Literatur:</h3>
<p>Clarke, S.P.and Bennet, D. Feline Osteoarthritis: a prospective study of 28 cases, journal of Small Animal Practise (2006) 47: 1-7<br />
Lindley, s. and Cummings, T.M. Essentials of Western Veterinary Acupuncture. Backwell Publishing, Oxford (2006)<br />
Clarke, S.P., Mellor, D. u.a.(2005 ) Radiographic Prevalance of Degenerative Joint Disease in a Hospital Population of Cats. Veterinary Record, 157,793-799<br />
Godfrey, D.R. (2003) OA in cats: a prospective series of 40 cases. Proceedingsof the BSAVA Congress, Birmingham. 4.-7- April<br />
Hardie, E.M.u.a. (2002) Radiographic evidence of degenerative joint disease in generatic cats: 100 cases (1994 –1997) Journal of American Veterinary Medical Association 220, 628-632</p>
<p><strong>siehe auch:</strong><br />
<strong><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2016/04/lebenmittieren_201601_arthrose_spondylose_u_co.pdf" rel="">Arthrose, Spondylose &amp; Co.</a></strong> (pdf)<br />
Artikel von Dr. Rogalla, erschienen in Leben mit Tieren 01-2016</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/arthrose-arthritis-bei-der-katze-ein-unerkanntes-problem-chronische-schmerzen-bei-der-katze/">Arthrose / Arthritis bei der Katze &#8211; ein unerkanntes Problem. Chronische Schmerzen bei der Katze</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de">Dr. Rogalla + Dr. Rummel</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
