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	<title>Hündin Archive - Dr. Rogalla + Dr. Rummel</title>
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	<description>Das Wohlergehen Ihrer kleinen und großen Tiere liegt uns am Herzen</description>
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		<title>Kastration der Hündin</title>
		<link>https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/kastration-der-huendin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[frauadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2015 10:20:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hündin]]></category>
		<category><![CDATA[Kastration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder stellt sich die Frage, ob die Hündin zu kastrieren ist und in welchem Alter dies am besten geschieht. Viele Fragen tauchen auf: Setze ich meinem Hund gesundheitlichen Risiken aus, wenn ich meine Hündin nicht kastrieren lasse, was genau ist eine Kastration, was passiert bei einer solchen Operation genau, wie geht es der Hündin nach der Kastration, wird sie sich nach der Kastration verändern? Wird mein Hund dann dicker? Im folgenden bemühen wir uns, Ihnen eine möglichst neutrale Entscheidungshilfe zu bieten, indem wir alle Konsequenzen dieses Eingriffs beleuchten. Aber auch dann werden Sie feststellen, dass es keine Ideallösung gibt; nur Sie persönlich können sich nach sorgfältiger Aufklärung verantwortungsvoll für eine der beschriebenen Möglichkeiten für Ihre Hündin entscheiden. Die Kastration bleibt auf jeden Fall immer eine Einzelfallentscheidung, die gut abgewägt sein soll. Läufigkeit – keine Kastration Operative Kastration Hormonelle Kastration Die Operation Frühkastration Läufigkeit – keine Kastration: (siehe: Wissenswertes: Hundegeburt &#124; Fall des Monats 2004-05) In der Regel wird die junge Hündin im Alter von 6 bis 12 Monaten das erste Mal läufig, d. h., sie ist jetzt geschlechtsreif geworden. Diese Läufigkeit wiederholt sich nun in der Regel 2x / pro Jahr. Es gibt aber auch Hündinnen die nur 1 x oder auch bis zu 3 x im Jahr läufig werden. Die Läufigkeit beginnt mit einer ca. 10-tägigen Blutung, dann wird der Ausfluss klarer. Dieser Wechsel geht mit der Deckbereitschaft der Hündin einher. Hat sie vorher die Rüden abgebissen, so ist sie jetzt aufnahmebereit. Diese Deckbereitschaft dauert ungefähr 3 Tage lang, dann wird der Ausfluss spärlicher bis er vollständig sistiert. Die gesamte Läufigkeit dauert 3 Wochen. Wünschen Sie keinen Nachwuchs, so müssen Sie in dieser Zeit besonders gut auf Ihren Liebling aufpassen. Die Hündin ist hochattraktiv für die Rüden und die Bedeckung erfolgt schnell. Der gesamte Deckakt dauert ca. eine halbe Stunde. Auf keinen Fall sollten Sie bei einer ungewollten Bedeckung die Hunde mit Gewalt voneinander trennen. Das kann für beide Tiere mit schweren Verletzungen enden. Ist das Unglück passiert, so ist es leicht möglich innerhalb der nächsten Tage hormonell die Nidation (Einnistung der befruchteten Eizelle) zu verhindern. Hierfür müssen Termine zu Hormoninjektionen vereinbart werden. Das ist für Ihre Hündin absolut schmerzfrei, allerdings ist eine mögliche Nebenwirkung der hormonellen Abtreibung die Entstehung einer Gebärmutterentzündung. Manche Hündinnen verändern sich in der Läufigkeit vom Verhalten, sie können anderen Hündinnen gegenüber aggressiv sein. Mit zunehmendem Alter neigt ein gewisser Prozentsatz der Hündinnen zur Scheinträchtigkeit: sie suchen sich ein Stofftier als Welpenersatz, den sie nicht selten gegenüber Familienmitgliedern unter Umständen auch aggressiv verteidigen und bilden Milch im Gesäuge an. Entwickelt sich daraus eine Gesäugeentzündung so muss diese behandelt werden, da sie auch sehr schmerzhaft ist. Äußerlich ist die Vorbereitung auf die scheinbare Geburt mit der Milchanbildung sehr sichtbar, aber innerlich bereitet sich auch die Gebärmutter auf die Einnistung des Ei`s vor. Die Uterusschleimhaut wird vermehrt durchblutet und dicker. Diese zusätzliche Schleimhaut muss am Ende der Scheinträchtigkeit wieder abgebaut (resorbiert) werden, das gelingt dem Körper leider nicht immer. Insbesondere nach wiederholten Scheinträchtigkeiten kann sich so eine lebensbedrohliche Gebärmutterentzündung entwickeln, da die Abbauprodukte im Uterus verbleiben und sich eitrig verändern und lebensgefährliche Toxine bilden. CAVE : Gebärmutterentzündung ist für Ihre Hündin immer ein lebensbedrohlicher Zustand, der ärztlich überwacht werden muß Eine Gebärmutterentzündung kann sich aber auch nach einer normal verlaufenden Läufigkeit entwickeln. Das passiert i.d.R. 4 – 6 Wochen nach Beendigung der Läufigkeit. In dieser Zeit sollten Sie besonders gut Ihre Hündin beobachten und sie bei den ersten Anzeichen von gestörtem Allgemeinbefinden oder Scheidenausfluss einer TierärztIn vorstellen. Diese kann dann mithilfe von Laboruntersuchungen und Ultraschall eine Frühdiagnostik stellen und durch rechtzeitiges Eingreifen Ihre Hündin schützen. Aus tiermedizinischer Sicht haben unkastrierte Hündinnen ein höheres Risiko in Bezug auf Scheinträchtigkeit, die auch mit einer Entzündung der Brustdrüsen einhergehen kann, auf Gebärmutterentzündung und auch auf Mammatumore (gut &#8211; oder bösartig). Auch sind unkastrierte Hündinnen anfälliger gegenüber Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). (siehe auch: Fall des Monats 2005-02 &#124; Wissenswertes: Diabetes mellitus) &#160; Kastration durch Operation: Bei der Kastration handelt es sich um einen operativen Eingriff in Vollnarkose bei dem die Eierstöcke und gegebenenfalls auch die Gebärmutter entfernt werden. (siehe: Fall des Monats 2006-02) Kastration: Werden nur die Eierstöcke entfernt spricht man von der Ovarioektomie (OE), bei der Entfernung von Eierstöcken inclusive der gesamten Gebärmutter von der Ovariohysterektomie (OHE). Bei der routinemäßigen Kastration einer gesunden Hündin, so haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, gibt es keine begründete Indikation für die Mitentfernung der Gebärmutter. Im Gegenteil sollte nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen die Ovarioektomie (nur Entfernung der Eierstöcke) als Methode der Wahl betrachtet werden. Sterilisation: Bei der Sterilisation werden hingegen nur die Eileiter unterbunden. Die Hündin kann nun zwar keinen Nachwuchs bekommen, ist aber weiterhin hormonell aktiv: sie wird nach wie vor läufig, bleibt für die Rüden attraktiv, hat weiterhin Blutungen. In unseren Breitengraden wird dieser Eingriff nicht durchgeführt, da er für die Hündin überhaupt keinen Vorteil hat: sie unterliegt weiterhin dem hormonellen Läufigkeitsstress und Sie haben weiterhin die Probleme mit den Blutungen und den interessierten Rüden. Die Kastration stellt eine dauerhaft sichere Empfängnisverhütung dar, es können keine Läufigkeitsprobleme, Scheinträchtigkeit mehr auftreten. Das Risiko der erwähnten Erkrankungen wie Mammatumore (Brustkrebs) und Diabetes mellitus verringert sich. Bezüglich des Brustkrebsrisikos muß als erstes vorausgesetzt werden, dass auf die Gesamtpopulation der Hündinnen bezogen, nur 2%&#160; der Hündinnen ein Risiko haben, Brustkrebs zu entwickeln. In dieser Risikogruppe ist es tatsächlich so, dass das Brustkrebsrisiko mit der Kastration sinkt und zwar ist dabei entscheidend der Zeitpunkt der Kastration. Hier sehen die Zahlen so aus: Kastriert man eine Hündin vor der ersten Läufigkeit, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Tumore entwickelt bei unter 2 Prozent! Wartet man bis nach der ersten Läufigkeit, steigt die Wahrscheinlichkeit auf 8 Prozent. Nach der zweiten Läufigkeit erhöht sich das Krebsrisiko bereits auf 25 Prozent! Nach der dritten Läufigkeit ist die Bildung von Tumoren durch eine Kastration nicht mehr zu beeinflussen. Häufig wirkt sich die Kastration auch sehr positiv auf die Psyche der Hündin aus, insbesondere ängstliche und nervöse Hunde werden ausgeglichener und selbstsicherer. Die kastrierte Hündin bleibt vom Verhalten her eher „ kindlicher“, was sich in erhöhter</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder stellt sich die Frage, ob die Hündin zu kastrieren ist und in welchem Alter dies am besten geschieht.<br />
Viele Fragen tauchen auf:<br />
Setze ich meinem Hund gesundheitlichen Risiken aus, wenn ich meine Hündin nicht kastrieren lasse, was genau ist eine Kastration, was passiert bei einer solchen Operation genau, wie geht es der Hündin nach der Kastration, wird sie sich nach der Kastration verändern? Wird mein Hund dann dicker?<br />
Im folgenden bemühen wir uns, Ihnen eine möglichst neutrale Entscheidungshilfe zu bieten, indem wir alle Konsequenzen dieses Eingriffs beleuchten.<br />
Aber auch dann werden Sie feststellen, dass es keine Ideallösung gibt; nur Sie persönlich können sich nach sorgfältiger Aufklärung verantwortungsvoll für eine der beschriebenen Möglichkeiten für Ihre Hündin entscheiden.</p>
<p><b><u>Die Kastration bleibt auf jeden Fall immer eine Einzelfallentscheidung, die gut abgewägt sein soll.</u></b></p>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="10" border="1">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="white">
<ul style="list-style-type: disc;">
<li><b><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/kastration-der-huendin/#keinekastration">Läufigkeit – keine Kastration</a> </b></li>
<li><b><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/kastration-der-huendin/#operation">Operative Kastration</a></b></li>
<li><b><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/kastration-der-huendin/#hormonell">Hormonelle Kastration</a></b></li>
<li><b><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/kastration-der-huendin/#OP">Die Operation</a></b></li>
<li><b><a href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/kastration-der-huendin/#frueh">Frühkastration</a></b></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<h2><a id="keinekastration " name="keinekastration "></a>Läufigkeit – keine Kastration:</h2>
<p>(siehe: <a href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/hundegeburt/">Wissenswertes: Hundegeburt</a> | <a href="https://www.rogalla-rummel.de/falldesmonats/eine-hundegeburt-mai-2004/">Fall des Monats 2004-05</a>)</p>
<p>In der Regel wird die junge Hündin im Alter von 6 bis 12 Monaten das erste Mal läufig, d. h., sie ist jetzt geschlechtsreif geworden. Diese Läufigkeit wiederholt sich nun in der Regel 2x / pro Jahr. Es gibt aber auch Hündinnen die nur 1 x oder auch bis zu 3 x im Jahr läufig werden.<br />
Die Läufigkeit beginnt mit einer ca. 10-tägigen Blutung, dann wird der Ausfluss klarer.<br />
Dieser Wechsel geht mit der Deckbereitschaft der Hündin einher. Hat sie vorher die Rüden abgebissen, so ist sie jetzt aufnahmebereit. Diese Deckbereitschaft dauert ungefähr 3 Tage lang, dann wird der Ausfluss spärlicher bis er vollständig sistiert. Die gesamte Läufigkeit dauert 3 Wochen.<br />
Wünschen Sie keinen Nachwuchs, so müssen Sie in dieser Zeit besonders gut auf Ihren Liebling aufpassen. Die Hündin ist hochattraktiv für die Rüden und die Bedeckung erfolgt schnell. Der gesamte Deckakt dauert ca. eine halbe Stunde.<br />
Auf keinen Fall sollten Sie bei einer ungewollten Bedeckung die Hunde mit Gewalt voneinander trennen. Das kann für beide Tiere mit schweren Verletzungen enden. Ist das Unglück passiert, so ist es leicht möglich innerhalb der nächsten Tage hormonell die Nidation (Einnistung der befruchteten Eizelle) zu verhindern.<br />
Hierfür müssen Termine zu Hormoninjektionen vereinbart werden.</p>
<p>Das ist für Ihre Hündin absolut schmerzfrei, allerdings ist eine mögliche Nebenwirkung der hormonellen Abtreibung die Entstehung einer Gebärmutterentzündung.</p>
<p>Manche Hündinnen verändern sich in der Läufigkeit vom Verhalten, sie können anderen Hündinnen gegenüber aggressiv sein.<br />
Mit zunehmendem Alter neigt ein gewisser Prozentsatz der Hündinnen zur Scheinträchtigkeit: sie suchen sich ein Stofftier als Welpenersatz, den sie nicht selten gegenüber Familienmitgliedern unter Umständen auch aggressiv verteidigen und bilden Milch im Gesäuge an. Entwickelt sich daraus eine Gesäugeentzündung so muss diese behandelt werden, da sie auch sehr schmerzhaft ist.<br />
Äußerlich ist die Vorbereitung auf die scheinbare Geburt mit der Milchanbildung sehr sichtbar, aber innerlich bereitet sich auch die Gebärmutter auf die Einnistung des Ei`s vor. Die Uterusschleimhaut wird vermehrt durchblutet und dicker. Diese zusätzliche Schleimhaut muss am Ende der Scheinträchtigkeit wieder abgebaut (resorbiert) werden, das gelingt dem Körper leider nicht immer. Insbesondere nach wiederholten Scheinträchtigkeiten kann sich so eine <a href="https://www.rogalla-rummel.de/falldesmonats/gebaermutterentzuendung-august-2002/">lebensbedrohliche Gebärmutterentzündung</a> entwickeln, da die Abbauprodukte im Uterus verbleiben und sich eitrig verändern und lebensgefährliche Toxine bilden.</p>
<p><b><span style="text-decoration: underline;">CAVE : Gebärmutterentzündung ist für Ihre Hündin immer ein lebensbedrohlicher Zustand, der ärztlich überwacht werden muß<br />
</span></b><br />
Eine Gebärmutterentzündung kann sich aber auch nach einer normal verlaufenden Läufigkeit entwickeln. Das passiert i.d.R. 4 – 6 Wochen nach Beendigung der Läufigkeit. In dieser Zeit sollten Sie besonders gut Ihre Hündin beobachten und sie bei den ersten Anzeichen von gestörtem Allgemeinbefinden oder Scheidenausfluss einer TierärztIn vorstellen. Diese kann dann mithilfe von Laboruntersuchungen und Ultraschall eine Frühdiagnostik stellen und durch rechtzeitiges Eingreifen Ihre Hündin schützen.</p>
<p><b>Aus tiermedizinischer Sicht haben unkastrierte Hündinnen ein höheres Risiko in Bezug auf Scheinträchtigkeit, die auch mit einer Entzündung der Brustdrüsen einhergehen kann, auf Gebärmutterentzündung und auch auf Mammatumore (gut &#8211; oder bösartig). Auch sind unkastrierte Hündinnen anfälliger gegenüber Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). </b>(siehe auch: <a href="https://www.rogalla-rummel.de/falldesmonats/diabetes-mellitus-februar-2005/">Fall des Monats 2005-02</a> | <a href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/diabetes-mellitus-hyperglykaemie-zuckerkrankheit/">Wissenswertes: Diabetes mellitus</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><a id="operation" name="operation"></a>Kastration durch Operation:</h2>
<p>Bei der Kastration handelt es sich um einen operativen Eingriff in Vollnarkose bei dem die Eierstöcke und gegebenenfalls auch die Gebärmutter entfernt werden.<br />
(siehe: <a href="https://www.rogalla-rummel.de/falldesmonats/kastration-der-huendin-februar-2006/">Fall des Monats 2006-02</a>)</p>
<h3>Kastration:</h3>
<p>Werden nur die Eierstöcke entfernt spricht man von der <b>Ovarioektomie (OE)</b>, bei der Entfernung von Eierstöcken inclusive der gesamten Gebärmutter von der <b>Ovariohysterektomie (OHE)</b>.<br />
Bei der routinemäßigen Kastration einer gesunden Hündin, so haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, gibt es keine begründete Indikation für die Mitentfernung der Gebärmutter.<br />
Im Gegenteil sollte nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen die <b>Ovarioektomie</b> (nur Entfernung der Eierstöcke) als Methode der Wahl betrachtet werden.</p>
<h3>Sterilisation:</h3>
<p>Bei der Sterilisation werden hingegen nur die Eileiter unterbunden. Die Hündin kann nun zwar keinen Nachwuchs bekommen, ist aber weiterhin hormonell aktiv: sie wird nach wie vor läufig, bleibt für die Rüden attraktiv, hat weiterhin Blutungen.<br />
In unseren Breitengraden wird dieser Eingriff nicht durchgeführt, da er für die Hündin überhaupt keinen Vorteil hat: sie unterliegt weiterhin dem hormonellen Läufigkeitsstress und Sie haben weiterhin die Probleme mit den Blutungen und den interessierten Rüden.</p>
<p><b>Die Kastration stellt eine dauerhaft sichere Empfängnisverhütung dar, es können keine Läufigkeitsprobleme, Scheinträchtigkeit mehr auftreten.<br />
</b>Das Risiko der erwähnten Erkrankungen wie Mammatumore (Brustkrebs) und Diabetes mellitus verringert sich.</p>
<p>Bezüglich des Brustkrebsrisikos muß als erstes vorausgesetzt werden, dass auf die Gesamtpopulation der Hündinnen bezogen, nur 2%&nbsp; der Hündinnen ein Risiko haben, Brustkrebs zu entwickeln.<br />
In dieser Risikogruppe ist es tatsächlich so, dass das Brustkrebsrisiko mit der Kastration sinkt und zwar ist dabei entscheidend der Zeitpunkt der Kastration.</p>
<p>Hier sehen die Zahlen so aus:</p>
<ul style="list-style-type: disc;">
<li>Kastriert man eine Hündin vor der ersten Läufigkeit, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Tumore entwickelt bei unter 2 Prozent!</li>
<li>Wartet man bis nach der ersten Läufigkeit, steigt die Wahrscheinlichkeit auf 8 Prozent.</li>
<li>Nach der zweiten Läufigkeit erhöht sich das Krebsrisiko bereits auf 25 Prozent!</li>
<li>Nach der dritten Läufigkeit ist die Bildung von Tumoren durch eine Kastration nicht mehr zu beeinflussen.</li>
</ul>
<p>Häufig wirkt sich die Kastration auch sehr positiv auf die Psyche der Hündin aus, insbesondere ängstliche und nervöse Hunde werden ausgeglichener und selbstsicherer. Die kastrierte Hündin bleibt vom Verhalten her eher „ kindlicher“, was sich in erhöhter Anhänglichkeit und Verspieltheit bis ins hohe Alter ausdrückt. In der Regel wird dies als sehr angenehm empfunden und ist auch von vielen Besitzern erwünscht.<br />
An Bewegungslust und Temperament verlieren sie aber keineswegs.</p>
<p>Wie bei allem, gibt es auch bei der Kastration zwei Seiten, so birgt der Eingriff mögliche Nebenwirkungen:</p>
<ul style="list-style-type: disc;">
<li>Bei den großen Rassen besteht das Risiko der Harninkontinenz (Harnträufeln), das oft erst Jahre nach dem Eingriff auftritt. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 5% bei Zwergrassen und bis zu über 20% bei Riesenrassen.<br />
Meist äußert sie sich nur im Schlaf und tritt nur 2-4-mal im Jahr auf. Mit Medikamenten, Akupunktur, Neuraltherapie sind diese Erscheinungen häufig unter Kontrolle zu halten.</li>
<li>Bei einigen Rassen kann sich das Fell verändern. Betroffen sind davon vorwiegend lang- und feinfellige Hunde, insbesondere Rassen mit rotem Fell (Irish Setter, roter Cocker, roter Langhaardackel). Kurz –und stockhaarige Rassen werden davon nicht betroffen.</li>
<li>Vereinzelt wird auch ein hormonell bedingter Haarausfall an den Flanken beobachtet.</li>
<li>Hormonell bedingt ist auch eine Veränderung der Futterverwertung. Viele Hündinnen entwickeln einen größeren Appetit und setzen leichter Kilos an. Durch kalorienreduzierte Fütterung und viel Bewegung ist dem allerdings sehr leicht entgegen zu wirken. Eine kastrierte Hündin wird bei entsprechender Fütterungsdisziplin nicht dicker!</li>
</ul>
<h2><a id="hormonell" name="hormonell"></a>Hormonelle Kastration:</h2>
<p>Die Läufigkeit wird durch regelmäßige Hormoninjektionen (Prostagene) unterdrückt. Diese Injektionen müssen alle 4-6 Monate im Anöstrus (Eierstocksruhe) verabreicht werden.<br />
Allerdings sollten diese Injektionen nicht dauerhaft erfolgen, da das Risiko von Diabetes, Mammatumoren (Brustkrebs), Pyometra (Gebärmuttervereiterung) deutlich zunimmt.</p>
<h2><a id="frueh" name="frueh"></a>Frühkastration:</h2>
<p>Unter Frühkastration versteht man die Kastration vor der Geschlechtsreife, d.h., vor der ersten Läufigkeit.<br />
Der Vorteil der Frühkastration liegt in dem geringen Brustkrebsrisiko, wie die o.g. Zahlen es belegen.<br />
In der Fachwelt beschreiben einige Autoren, dass einige Hunde bei dem Eingriff vor der Geschlechtsreife in der Ausprägung ihres korrekten Sozialverhaltens gestört sein können, in Diskussion stehen hier v.a. Trennungsängste und verändertes Angst- und Fluchtverhalten.<br />
Das Auftreten von Harninkontinenz (Harnträufeln) soll zwar seltener, bei Auftreten jedoch bedeutend ausgeprägter und schwieriger zu behandeln sein. Neuere Untersuchungen beschreiben hingegen, dass bei Rassen, die eine Neigung zur Inkontinenz haben, es eher zur Inkontinenz kommt, wenn sie <strong>vor</strong> der ersten Läufigkeit kastriert werden. Die Art der Kastration – direkt mit kleinen Bauchschnitt in der Mittellinie oder indirekt laparoskopisch &#8211; Entfernen nur der Eierstöcke (Ovarioektomie) oder des gesamten Uterus mitsamt der Eierstöcke (OvarioHysterektomie) hingegen, hat keinen Einfluß auf die Inkontinenz.</p>
<p>Hat die Hündin an einer juvenilen Vaginitis (Scheidenentzündung) gelitten, so kann diese Erkrankung in einen chronischen Zustand übergehen.</p>
<p><strong>Kann man tatsächlich belegbar von Nebenwirkungen ausgehen?</strong></p>
<p>Es können bisher (2021) wissenschaftlich leider keine verbindlichen Aussagen getroffen werden, die untersuchten Hunde können alle nicht in vergleichbare Gruppen gefasst werden. Bei den vielen Studien varieren die Hündinnen von Alter, von der Größe, der Gewichtsklasse, der Rasse ….. und diese vielen Variablen lassen Birnen mit Äpfeln vergleichen.</p>
<p>Undiskutiert bleibt allerdings, dass bei den großen Rassen bei der Frühkastration eine Korrelation zu Gelenksproblemen besteht. Dieses Phänomen bedarf allerdings noch weiterer Forschung.</p>
<p><strong>Zeitpunkt der Kastration</strong></p>
<p>Hier steht die individuelle Beratung mit dem Abwägen aller Vor – und Nachteile in Abhängigkeit von Rasse, Alter, und insbesondere Haltung im Mittelpunkt der Entscheidung. Falls die Kastration erwünscht wird, bevorzugen wir, sie vor dem Alter von 2,5 Jahren durchzuführen, da dann zumindest ein risikomindernder Einfluß auf die Mammatumorentwicklung besteht.</p>
<h2><a id="OP" name="OP"></a>Operation Kastration:</h2>
<p>Für diesen Eingriff wird die Bauchwand direkt kaudal des Nabels mit einen 4 – 8 cm langen Schnitt eröffnet, bei tiefbrüstigen Hunden fällt er evtl. größer aus.</p>
<p><img loading="lazy" class=" alignleft" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2015/04/wiss_kastrationhuendin_01.jpg" alt="OP Grafik" width="198" height="185" border="0"></p>
<p><img loading="lazy" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2015/04/wiss_kastrationhuendin_02.jpg" alt="OP Foto" width="279" height="136" border="0"></p>
<p><br style="clear: both;"></p>
<p>Das Uterushorn mit dem anhängendem Eierstock wird dann manuell oder mit einem sog. Kastrationshaken aus dem Bauchraum vorgelagert. Es darf kein zu starker Zug auf die Ovargefäße ausgeübt werden, da sie leicht reißen können.<br />
Ungefähr 1 cm hinter dem Eierstock werden Vene und Arterie mit resorbierbarem Nahtmaterial abgebunden.</p>
<div>
<div style="width: 312px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2015/04/wiss_kastrationhuendin_03.jpg" alt="OP Foto" width="302" height="251" border="0"><p class="wp-caption-text">Fotos aus Fachpraxis Nr 44 ( 2003)</p></div>
<p>&nbsp;</p>
</div>
<p>Da wir uns im Bereich der Niere befinden, muss auf den Harnleiter geachtet werden. Nun wird eine Klemme auf das Uterushorn gesetzt und abgebunden. Jetzt ist der Eierstock von beiden Seiten ligiert, so dass er abgesetzt werden kann. Auf der anderen Seite wird genauso verfahren.<br />
Die Bauchdecke wird mehrschichtig verschlossen und die Hündin von der Narkosemaschine abgenommen. Kommt die Hündin zu sich, wird der Tubus gezogen und bis zum vollständigen Erwachen bleibt sie an den Überwachungsgeräten angeschlossen. Dann wird sie nach Hause entlassen. Sowohl während des gesamten Eingriffes als auch in den folgenden Tagen wird ihre Hündin durch Gabe von entsprechenden Medikamenten schmerzfrei gestellt. Eine Nachkontrolle erfolgt am nächsten Tag.</p>
<div>
<p><img loading="lazy" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2015/04/wiss_kastrationhuendin_04.jpg" alt="Bauchanzug Foto" width="288" height="135" border="0"></p>
</div>
<p>Damit sie nicht an der Wundnaht leckt, erhält sie einen schützenden Bauchanzug, den sie bis zum Fädenziehen 10 Tage nach der Operation trägt.</p>
<div>
<div style="width: 200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2015/04/wiss_kastrationhuendin_05.jpg" alt="Hündin mit Bauchverband" width="190" height="221" border="0"><p class="wp-caption-text">Hündin mit angelegtem Bauchverband</p></div>
<p><i>&nbsp;</i></p>
</div>
<p>Siehe auch: <a href="https://www.rogalla-rummel.de/falldesmonats/kastration-der-huendin-februar-2006/">Fall des Monats 2006-02</a><i><br />
</i></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/kastration-der-huendin/">Kastration der Hündin</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de">Dr. Rogalla + Dr. Rummel</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Inkontinenz (Blasenschwäche) bei der Hündin</title>
		<link>https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/inkontinenz-blasenschwaeche-bei-der-huendin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[frauadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2015 10:11:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blasenschwäche]]></category>
		<category><![CDATA[Hündin]]></category>
		<category><![CDATA[Inkontinenz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://Die%20Unfähigkeit%20der%20Hündinnen%20ihren%20Urin%20zu%20halten,%20ist%20f</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Unfähigkeit der Hündinnen ihren Urin zu halten, ist für Hund und vor allen für Sie als Besitzer-in ein großes Problem, egal, ob der Urin tropfenweise oder in großen Mengen verloren wird. Häufen sich die kleinen Urinflecken nicht nur in der Liegestatt der Hündin, sondern auch im Restaurant und bei Freunden im Wohnzimmer, so ist das in der Regel der Zeitpunkt, wo die Hündinnen uns in der Praxis vorgestellt werden. Nun gilt es als erstes ist herauszufinden, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Inkontinenz handelt. Das ist oft nicht einfach, da die Symptome: unkontrollierter und häufiger Urinabsatz &#8211; in beiden Fällen gleich sind. Funktion der Harnblase: Zunächst wollen wir betrachten, wie der Urinabsatz normalerweise erfolgt. Die Harnblase, im Beckenbereich des Hunde gelegen, besteht aus dem Blasenkörper und dem Blasenhals. In den Blasenhals münden die Harnleiter (Urether), die im Nierenbecken entspringen und den dort produzierten Harn in die Blase leiten. Über die Harnröhre (Urethra), die im Scheidenboden mündet, wird der Urin nach außen geleitet. Bei der Harnblasenfunktion unterscheiden wir zwei Phasen &#8211; die Füllungsphase und die Urinabsatzphase. wird die Blase gefüllt, so ist der Harnröhrenmuskel zirkulär angespannt, die Blase ist wie ein Ballon verschlossen. Dieser Verschluß erfolgt unwillkürlich, d.h. es wird von unbewußten (autonomen) Nervensysten automatisch gesteuert. Ein Teil der Nerven (Sympathikus) kommt aus dem Rückenmark der Lendenwirbel. Einige Fasern versorgen die Blasenwand und den Blasenhals, andere ziehen zum Harnröhrenmuskel. Sie messen die Dehnung der Blase und sorgen für die Kontraktion der Harnröhrenmuskulatur. Ein weiterer Teil der Nerven (Parasympatikus) kommt aus dem Kreuzbein, sie ziehen die Blasenmuskulatur zusammen ,wenn die Blase voll ist und öffnen gleichzeitig den Schließmuskel der Harnröhre, sodass der Urin ausfließen kann. Das ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel, das auch willkürlich (bewusst) gesteuert werden kann. Diese bewusste Steuerung wird beim Hund als Welpe und beim Menschen als Kleinkind erlernt. Nun können wir uns gut vorstellen, was passiert, wenn eines dieser Systeme nicht richtig arbeitet. kommt die Störung aus dem Lendenwirbelbereich (Sympatikus) , läuft der Hund aus, da der Harnröhrenmuskel nicht mehr richtig schließt, kommt die Störung hingegen aus dem Kreuzbein (Parasympatikus), so wird die Blase bei Füllung nicht ausgepresst und der Urin läuft einfach über. Primäre Inkontinenz: Funktionsverlust des Harnröhrenverschlusses durch hormonelle Störungen oder Verlagerung der Blase ins Becken nach Kastration Mißbildungen der Urether (= ektopischer Harnleiter) , sie münden statt in der Blase in der Harnröhre. Rassen wie Golden Retriever, Labrador, Husky, Briard, Boxer haben eine Prädisposition für diese Fehlbildung und werden im Alter von 3-4 Monaten auffällig, da sie nicht stubenrein werden Innervationsstörungen von Blase und Harnröhre bei Schädigungen des Rückenmarks, wie wir sie häufig vorfinden beim cauda equina-Syndrom oder nach Unfällen Sekundäre Inkontinenz: Darunter verstehen wir eine Reihe von Krankheiten, welche Inkontinenz (Urinverlust) als Begleitsymptom aufweisen wie Tumore, Blasensteine, Entzündung der Blase, Nierenschädigung oder hormonelle Erkrankungen, wie z.B. Nebennierenstörungen. Diagnostik: Es ist eine ausführliche klinische Untersuchung mit Blut- und Urinanalyse und gegebenenfalls auch Ultraschall und Röntgen vonnöten, um sekundäre Inkontinenz auszuschließen. Die Urinuntersuchung sollte immer mit Harn durchgeführt werden, der durch eine sterile Blasenpunktion gewonnen worden ist. Der Urinteststreifen allein ist nicht aussagekräftig, die Bestimmung des spezifischen Gewichtes und die mikroskopische Untersuchung des Sediments gehören zu einer Harnuntersuchung immer dazu. Auch ist es wichtig, eine bakteriologische Untersuchung des Urins durchführen zu lassen. Ultraschall: Die Ultraschalluntersuchung ist unkompliziert durchzuführen und sehr aussagekräftig. Es können Entzündungen, Blasensteine, Tumore und sogar ektopische Harnleiter dargestellt werden. Röntgen: Das Röntgenbild zeigt uns eine Verlagerung der Blase, Tumore nicht nur in der Blase selbst, sondern im gesamten Bauchraum. Tumore im Bauchraum könnten z.B. die Blase einengen. Gleichzeitig kann die Lendenwirbelsäule mitbeurteilt werden. Therapie: Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung. Steine und ektopische Urether müssen operativ angegangen werden, Tumore können operiert oder mit Chemotherapie behandelt werden, Probleme im Rückenmark können manchmal operativ gelöst werden oder sind mit Medikamenten zu bessern. Kastrationsbedingte Harninkontinenz: Am häufigsten wird die Inkontinenz bei der Hündin durch die Kastration ausgelöst. Die hormonellen Veränderungen führen bei manchen Tieren zu einer Schwäche des Harnröhrenverschlusses. Kleine Hündinnen (&#60; 20 kg Körpergewicht) sind sehr selten betroffen, während bei den großen Rassen bis zu 25 % nach der Kastration unwillentlich Harn verlieren können. Bestimmte Rassen sind davon eher betroffen wie Bobtail, Boxer, Dobermann, Rottweiler, Riesenschnauzer. Die Schäferhündin hingegen, obwohl zur höheren Gewichtsklasse zählend, wird selten undicht. Meistens verlieren die betroffenen Hündinnen den Urin nachts, in der Regel tritt das Harnträufeln auch nicht gleich nach der Kastration auf, es kann auch erst im späteren Alter auftreten. Bei gefährdeten Rassen sollte die Entscheidung zur Kastration wohl überlegt werden, hier ist vor allen der Zeitpunkt wichtig. Optimalerweise sollten die Hündinnen kurz vor der ersten Läufigkeit kastriert werden, dann sinkt das Risiko um die Hälfte. Zudem hat es den Vorteil, dass mit der Frühkastration das Risiko für die Entwicklung von Mammatumoren drastisch sinkt. Von einer Frühkastration wird lediglich bei Hündinnen mit einer juvenilen Vaginitis abgeraten, da diese in der Regel nach der ersten Läufigkeit verschwindet. Bei Risikorassen kann über die hormonelle Kastration mit implantierten Hormonstäbchen (Chip) nachgedacht werden, Risiko dabei ist, dass es zu Läufigkeitsdurchbrüchen und evtl. ungewollter Trächtigkeit und zu Gebärmutterentzündungen führen kann. Gebärmutterentzündungen sind sehr gefährlich und es muß dann auf jeden Fall notoperiert werden. Sollte die Hündin undicht werden, so kann der Hormonchip wieder leicht entfernt werden, auf dass das Harnträufeln wieder aufhört. Die inkontinente Hündin kann mit Medikamenten, die den Tonus der Harnröhre verstärken (Sympatomimetika) behandelt werden. Diese gibt es als Tabletten oder Sirup und werden täglich nach Wirkung verabreicht. In der Regel werden die Tiere damit wieder dicht. Es gibt auch noch die Möglichkeit durch Kollagendepots um die Harnröhre den Verschluß zu verengen, das ist aber oft auch keine Dauerlösung, durch Veränderung der Schleimhaut können diese Hündinnen nach einer gewissen Zeit wieder undicht werden. Es kann auch versucht werden, der undichten Hündin den Kastrationschip zu implantieren, nachweislich gibt es Fälle, in denen auch die kastrierten Hündinnen so wieder kontinent werden. Sehr großen Erfolg haben wir mit Neuraltherapie und Akupunktur. Wird diese gleich zu Beginn der Inkontinenz eingesetzt, so kann die Hündin wieder über Monate und Jahre dicht werden! Es</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/inkontinenz-blasenschwaeche-bei-der-huendin/">Inkontinenz (Blasenschwäche) bei der Hündin</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de">Dr. Rogalla + Dr. Rummel</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><b><br />
</b><br />
<img loading="lazy" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2015/04/wiss_inkontinenzhuendin_01.jpg" alt="" width="285" hspace="20" height="299" border="0" align="left">Die Unfähigkeit der Hündinnen ihren Urin zu halten, ist für Hund und vor allen für Sie als Besitzer-in ein großes Problem, egal, ob der Urin tropfenweise oder in großen Mengen verloren wird.<br />
Häufen sich die kleinen Urinflecken nicht nur in der Liegestatt der Hündin, sondern auch im Restaurant und bei Freunden im Wohnzimmer, so ist das in der Regel der Zeitpunkt, wo die Hündinnen uns in der Praxis vorgestellt werden.</p>
<p>Nun gilt es als erstes ist herauszufinden, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Inkontinenz handelt. Das ist oft nicht einfach, da die Symptome: unkontrollierter und häufiger Urinabsatz &#8211; in beiden Fällen gleich sind.</p>
<p><br style="clear: both;"></p>
<h3>Funktion der Harnblase:</h3>
<p>Zunächst wollen wir betrachten, wie der Urinabsatz normalerweise erfolgt.<br />
Die Harnblase, im Beckenbereich des Hunde gelegen, besteht aus dem Blasenkörper und dem Blasenhals. In den Blasenhals münden die Harnleiter (Urether), die im Nierenbecken entspringen und den dort produzierten Harn in die Blase leiten. Über die Harnröhre (Urethra), die im Scheidenboden mündet, wird der Urin nach außen geleitet.</p>
<div style="width: 464px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2015/04/wiss_inkontinenzhuendin_02.jpg" alt="" width="454" height="348" border="0"><p class="wp-caption-text">(Foto aus Lehrbuch)</p></div>
<p><b><i><br />
</i></b><br />
<b>Bei der Harnblasenfunktion unterscheiden wir zwei Phasen &#8211;<br />
die Füllungsphase und die Urinabsatzphase.<br />
</b></p>
<ol>
<li>wird die Blase gefüllt, so ist der Harnröhrenmuskel zirkulär angespannt, die Blase ist wie ein Ballon verschlossen. Dieser Verschluß erfolgt unwillkürlich, d.h. es wird von unbewußten (autonomen) Nervensysten automatisch gesteuert.</li>
<li>Ein Teil der Nerven (Sympathikus) kommt aus dem Rückenmark der Lendenwirbel. Einige Fasern versorgen die Blasenwand und den Blasenhals, andere ziehen zum Harnröhrenmuskel. Sie messen die Dehnung der Blase und sorgen für die Kontraktion der Harnröhrenmuskulatur.</li>
<li>Ein weiterer Teil der Nerven (Parasympatikus) kommt aus dem Kreuzbein, sie ziehen die Blasenmuskulatur zusammen ,wenn die Blase voll ist und öffnen gleichzeitig den Schließmuskel der Harnröhre, sodass der Urin ausfließen kann.</li>
<li>Das ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel, das auch willkürlich (bewusst) gesteuert werden kann. Diese bewusste Steuerung wird beim Hund als Welpe und beim Menschen als Kleinkind erlernt.</li>
</ol>
<p>Nun können wir uns gut vorstellen, was passiert, wenn eines dieser Systeme nicht richtig arbeitet.</p>
<ul>
<li>kommt die Störung aus dem Lendenwirbelbereich (Sympatikus) , läuft der Hund aus, da der Harnröhrenmuskel nicht mehr richtig schließt,</li>
<li>kommt die Störung hingegen aus dem Kreuzbein (Parasympatikus), so wird die Blase bei Füllung nicht ausgepresst und der Urin läuft einfach über.</li>
</ul>
<h3>Primäre Inkontinenz:</h3>
<ul>
<li>Funktionsverlust des Harnröhrenverschlusses durch hormonelle Störungen oder Verlagerung der Blase ins Becken nach Kastration</li>
<li>Mißbildungen der Urether (= ektopischer Harnleiter) , sie münden statt in der Blase in der Harnröhre. Rassen wie Golden Retriever, Labrador, Husky, Briard, Boxer haben eine Prädisposition für diese Fehlbildung und werden im Alter von 3-4 Monaten auffällig, da sie nicht stubenrein werden</li>
<li>Innervationsstörungen von Blase und Harnröhre bei Schädigungen des Rückenmarks, wie wir sie häufig vorfinden beim cauda equina-Syndrom oder nach Unfällen</li>
</ul>
<h3>Sekundäre Inkontinenz:</h3>
<p>Darunter verstehen wir eine Reihe von Krankheiten, welche Inkontinenz (Urinverlust) als Begleitsymptom aufweisen wie Tumore, Blasensteine, Entzündung der Blase, Nierenschädigung oder hormonelle Erkrankungen, wie z.B. Nebennierenstörungen.</p>
<h3>Diagnostik:</h3>
<p>Es ist eine ausführliche klinische Untersuchung mit Blut- und Urinanalyse und gegebenenfalls auch Ultraschall und Röntgen vonnöten, um sekundäre Inkontinenz auszuschließen.<br />
Die Urinuntersuchung sollte immer mit Harn durchgeführt werden, der durch eine sterile Blasenpunktion gewonnen worden ist. Der Urinteststreifen allein ist nicht aussagekräftig, die Bestimmung des spezifischen Gewichtes und die mikroskopische Untersuchung des Sediments gehören zu einer Harnuntersuchung immer dazu.<br />
Auch ist es wichtig, eine bakteriologische Untersuchung des Urins durchführen zu lassen.</p>
<h3>Ultraschall:</h3>
<p>Die Ultraschalluntersuchung ist unkompliziert durchzuführen und sehr aussagekräftig. Es können Entzündungen, Blasensteine, Tumore und sogar ektopische Harnleiter dargestellt werden.</p>
<h3>Röntgen:</h3>
<p>Das Röntgenbild zeigt uns eine Verlagerung der Blase, Tumore nicht nur in der Blase selbst, sondern im gesamten Bauchraum. Tumore im Bauchraum könnten z.B. die Blase einengen. Gleichzeitig kann die Lendenwirbelsäule mitbeurteilt werden.</p>
<h3>Therapie:</h3>
<p>Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung. Steine und ektopische Urether müssen operativ angegangen werden, Tumore können operiert oder mit Chemotherapie behandelt werden, Probleme im Rückenmark können manchmal operativ gelöst werden oder sind mit Medikamenten zu bessern.</p>
<h3>Kastrationsbedingte Harninkontinenz:</h3>
<p>Am häufigsten wird die Inkontinenz bei der Hündin durch die Kastration ausgelöst. Die hormonellen Veränderungen führen bei manchen Tieren zu einer Schwäche des Harnröhrenverschlusses. Kleine Hündinnen (&lt; 20 kg Körpergewicht) sind sehr selten betroffen, während bei den großen Rassen bis zu 25 % nach der Kastration unwillentlich Harn verlieren können.<br />
Bestimmte Rassen sind davon eher betroffen wie Bobtail, Boxer, Dobermann, Rottweiler, Riesenschnauzer. Die Schäferhündin hingegen, obwohl zur höheren Gewichtsklasse zählend, wird selten undicht.<br />
Meistens verlieren die betroffenen Hündinnen den Urin nachts, in der Regel tritt das Harnträufeln auch nicht gleich nach der Kastration auf, es kann auch erst im späteren Alter auftreten.<br />
Bei gefährdeten Rassen sollte die Entscheidung zur Kastration wohl überlegt werden, hier ist vor allen der Zeitpunkt wichtig. Optimalerweise sollten die Hündinnen kurz vor der ersten Läufigkeit kastriert werden, dann sinkt das Risiko um die Hälfte. Zudem hat es den Vorteil, dass mit der Frühkastration das Risiko für die Entwicklung von Mammatumoren drastisch sinkt.<br />
Von einer Frühkastration wird lediglich bei Hündinnen mit einer juvenilen Vaginitis abgeraten, da diese in der Regel nach der ersten Läufigkeit verschwindet.<br />
Bei Risikorassen kann über die hormonelle Kastration mit implantierten Hormonstäbchen (Chip) nachgedacht werden, Risiko dabei ist, dass es zu Läufigkeitsdurchbrüchen und evtl. ungewollter Trächtigkeit und zu Gebärmutterentzündungen führen kann. Gebärmutterentzündungen sind sehr gefährlich und es muß dann auf jeden Fall notoperiert werden.<br />
Sollte die Hündin undicht werden, so kann der Hormonchip wieder leicht entfernt werden, auf dass das Harnträufeln wieder aufhört.</p>
<p>Die inkontinente Hündin kann mit Medikamenten, die den Tonus der Harnröhre verstärken (Sympatomimetika) behandelt werden. Diese gibt es als Tabletten oder Sirup und werden täglich nach Wirkung verabreicht. In der Regel werden die Tiere damit wieder dicht.<br />
Es gibt auch noch die Möglichkeit durch Kollagendepots um die Harnröhre den Verschluß zu verengen, das ist aber oft auch keine Dauerlösung, durch Veränderung der Schleimhaut können diese Hündinnen nach einer gewissen Zeit wieder undicht werden.</p>
<p>Es kann auch versucht werden, der undichten Hündin den Kastrationschip zu implantieren, nachweislich gibt es Fälle, in denen auch die kastrierten Hündinnen so wieder kontinent werden.</p>
<p><b>Sehr großen Erfolg haben wir mit Neuraltherapie und Akupunktur.<br />
</b><br />
<img loading="lazy" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2015/04/wiss_inkontinenzhuendin_03.jpg" alt="" width="453" height="264" border="0"></p>
<p>Wird diese gleich zu Beginn der Inkontinenz eingesetzt, so kann die Hündin wieder über Monate und Jahre dicht werden!</p>
<p><b>Es ist sehr wichtig, dass Sie gleich bei beginnender Inkontinenz bei uns in der Praxis vorstellig werden und keine wichtige Zeit verstreichen lassen, haben wir erst einmal die Ursache der Inkontinenz gefunden, so kann sie in nahezu den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden.</b></p>
<p>Siehe auch <a href="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2018/11/gesunde_tierliebe_inkontinenz_2018.pdf" target="_blank" rel="noopener">Blasenschwäche: Inkontinenz bei der Hündin</a>, Artikel von Dr. Rogalla, erschienen in der Zeitschrift &#8222;Gesunde Tierliebe&#8220;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/inkontinenz-blasenschwaeche-bei-der-huendin/">Inkontinenz (Blasenschwäche) bei der Hündin</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de">Dr. Rogalla + Dr. Rummel</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hundegeburt</title>
		<link>https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/hundegeburt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[frauadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Mar 2015 15:56:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Hund]]></category>
		<category><![CDATA[Hundegeburt]]></category>
		<category><![CDATA[Hündin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://[caption%20id=%20align=alignnone%20width=453]%20Es%20ist%20geschafft,%20die%20frisch%20geborenen%20Welpen</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#160; Normaler Ablauf der Geburt Gegen Ende der Trächtigkeit kündigt sich die bevorstehende Geburt an: das Gesäuge wird größer beginnende Milchsekretion die Vulva schwillt an leichter Vaginalausfluß, der sich aus der Verflüssigung des Zervikalschleims ergibt die Beckenbänder werden weicher Die unmittelbar bevorstehende Geburt lässt sich jedoch am allerbesten durch regelmäßige Temperaturkontrolle (Messung im After) erkennen. Schon 8 – 10 Tage vor der Geburt sinkt die Körpertemperatur auf 38°, und etwa 12 – 24 Stunden direkt vor der Geburt kommt es zu einem auffälligen weiteren Abfall um 1° oder mehr. Mit Beginn der Öffnungsphase steigt die Temperatur wieder an. Öffnungsphase Diese Phase dauert 6 – 12 Stunden; die Hündinnen werden durch ein verändertes Verhalten auffällig wie z.B. Unruhe, Ängstlichkeit, Futterverweigerung, Aufsuchen eines ruhigen Platzes, Nestbau, manchmal Erbrechen, Durchfall&#8230; Die innerlichen Veränderungen sind nicht erkennbar, doch unabdingbar für einen reibungslosen Geburtsablauf: Dilatation der Zervix Ausfluß von Zervikalschleim Einsetzen der Wehen Weitung des Geburtskanals durch die Fruchtblase des ersten Welpen Austreibungsphase Rutscht der Welpe in den Zervixkanal, setzt automatisch die Bauchpresse ein. Der kleine Welpe ist umhüllt von zwei Fruchtblasen – Allantois und Amnion. Die Flüssigkeit dieser Blasen ist farblos. Nachdem jedoch die erste Nachgeburt ausgestoßen ist, werden die Fruchtwasser eher grünlich; hervorgerufen durch die Blutabbaustoffe. Die Allantois reißt in der Regel, sobald der Welpe durch die Vulva austritt, ausgestoßen wird der Kleine dann mit einigen kräftigen Wehen. Normalerweise beißt die Hündin mit den Schneidezähnen die Fruchtblase auf, leckt den Welpen frei und beißt die Nabelschnur durch. Sollte das nicht geschehen, muß der Welpe sofort aus der Fruchtblase befreit werden. Die Nachgeburt kommt in den nächsten 5 Minuten und wird von der Hündin gefressen. Manchmal kommen aber auch gleich zwei, drei Welpen direkt hintereinander und dann erst die Nachgeburten. Die Intervalle zwischen den einzelnen Welpen betragen im allgemeinen 30 min, aber auch mehrere Stunden. Etwa 60 % der Welpen kommen mit dem Kopf zuerst, doch auch eine Hinterendlage kann komplikationslos erfolgen. Trächtigskeitdauer: Durchschnittlich trägt die Hündin 63 Tage. Bei ungestörtem Allgemeinbefinden besteht bei längerer Tragzeit bis zum 69. Tag keine Notwendigkeit für einen Eingriff. CAVE: beim Hund besteht nicht die Möglichkeit zur Geburtseinleitung wie beim Menschen. Die Verabreichung von Oxytocin bei einer nicht in Geburt stehenden Hündin ist ein Kunstfehler! Die Kontrolle der Körpertemperatur ist ein guter Indikator, steigt die Temperatur über 39° oder ist der Allgemeinzustand gestört, so ist eine ausführliche geburtshilfliche Untersuchung angezeigt. Unsere diagnostischen Möglichkeiten (Ultraschall / Röntgen) sind dazu heutzutage hervorragend. Oft ist ein Kaiserschnitt vonnöten. Unter Antibiotikaschutz abzuwarten, verbessert nicht die Aussichten auf eine komplikationsfreie Geburt, sondern erhöht eher das Operationsrisiko. &#160; Geburtskomplikationen (Dystokien): Nicht jede Geburt verläuft reibungslos; es können Störungen im Ablauf auftreten , die durch Funktionsstörungen seitens der Mutter (Wehenschwäche, Scheidenenge, Torsio uteri, Uterusruptur (nicht selten nach fehlerhaft verabreichter Oxytoxingabe!) &#8230;oder durch die Welpen selbst (zu große Frucht, fehlerhafte Lagerung, abgestorbene Frucht&#8230;) verursacht sind. Die Wahl der tierärztlichen Maßnahmen richtet sich nach dem Zustand des Muttertieres. Es kann manuelle Geburtshilfe geleistet werden, doch ist das Allgemeinbefinden bereits gestört, bzw. eine schnelle Lösung durch manuelle Hilfe nicht zu erreichen, so ist auf jeden Fall eine Schnitteinbindung durchzuführen. Die Sectio caesarea (Kaiserschnitt) kann lebensrettend sein für Hündin und Welpen. &#160; Normales Puerperium Bei der normal verlaufenden Geburt zieht sich nach der Austreibung des letzten Welpen und dem Abgang der Nachgeburt der Uterus wieder zusammen. Palpiert man den Bauch der Hündin, so sind die Uterushörner als derbe Stränge spürbar. Der normale Ausfluß ( Lochien ) ist zunächst schwarz – grün, geruchlos und mit Blutgerinnseln durchsetzt. Der Uterus bildet sich in den Tagen nach der Geburt immer weiter zurück, der Ausfluß nimmt mengenmäßig ab und nach 2 Wochen wird nur noch sehr wenig, leicht rötliches Sekret abgesetzt. Die Lochien werden kaum bemerkt, da sie von der Hündin stets aufleckt werden. Nach 4 Wochen hat sich der Uterus vollständig zurückgebildet. Weiterhin ist die Hündin auch noch post partum gut zu beobachten, da auch dann noch Schwierigkeiten auftreten können, die das Leben von Muttertier und Welpen gefährden: Uterusruptur Scheidenverletzung (nicht erkannt, kann sie durch eine eitrige Entzündung zum Durchbruch zum Darm hin führen) Lochiometra (zieht die Gebärmutter sich nach der Geburt nicht ausreichend zusammen, verleiben die Lochien im Uterus und es kann zu einer lebensgefährliche Intoxikation der Hündin kommen. Da die Toxine in die Milch übergehen, sind auch die Welpen bedroht.) Plazentanekrose (bei Hündinnen, die jünger als 2,5 Jahre sind: auffällig ist das Persistieren eines blutig, wässrigen Scheidenausflusses _ es muß eine Ovariohysterektomie durchgeführt werden) Hämorrhagie (anhaltender, blutiger Ausfluß: schubweiser Abgang von frischem, teilweise geronnenem Blut aus der Scheide _ in der Regel muß operiert werden) Tetanie = Eklampsie (eine Stoffwechselstörung, deren Hauptmerkmal die Hypokalzämie ist, die zu starken Krämpfen führt. Sie tritt meist 2-5 Wochen nach der Geburt auf und betroffen sind hauptsächlich kleine Rassen mit guter Laktation _ lebensrettend ist die sofortige intravenöse Verabreichung von Calzium) Wir raten Ihnen, vor der Geburt mit uns ein Beratungsgespräch zu führen, damit Sie vorbereitet sind, falls die Geburt nicht ordnungsgemäß verläuft. Siehe auch Fall des Monats : Mai 2004</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/hundegeburt/">Hundegeburt</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de">Dr. Rogalla + Dr. Rummel</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div style="width: 463px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2015/03/wiss_hundegeburt_01.jpg" alt="" width="453" height="265" border="0" /><p class="wp-caption-text">Es ist geschafft, die frisch geborenen Welpen saugen</p></div>
<p>&nbsp;</p>
</div>
<h2>Normaler Ablauf der Geburt</h2>
<p>Gegen Ende der Trächtigkeit kündigt sich die bevorstehende Geburt an:</p>
<ul>
<li>das Gesäuge wird größer</li>
<li>beginnende Milchsekretion</li>
<li>die Vulva schwillt an</li>
<li>leichter Vaginalausfluß, der sich aus der Verflüssigung des Zervikalschleims ergibt</li>
<li>die Beckenbänder werden weicher</li>
</ul>
<p>Die unmittelbar bevorstehende Geburt lässt sich jedoch am allerbesten durch <b>regelmäßige Temperaturkontrolle</b> (Messung im After) erkennen. Schon 8 – 10 Tage vor der Geburt sinkt die Körpertemperatur auf 38°, und etwa 12 – 24 Stunden direkt vor der Geburt kommt es zu einem auffälligen weiteren Abfall um 1° oder mehr.<br />
Mit Beginn der Öffnungsphase steigt die Temperatur wieder an.</p>
<h2>Öffnungsphase</h2>
<p>Diese Phase dauert 6 – 12 Stunden; die Hündinnen werden durch ein verändertes Verhalten auffällig wie z.B. Unruhe, Ängstlichkeit, Futterverweigerung, Aufsuchen eines ruhigen Platzes, Nestbau, manchmal Erbrechen, Durchfall&#8230;<br />
Die innerlichen Veränderungen sind nicht erkennbar, doch unabdingbar für einen reibungslosen Geburtsablauf:</p>
<ul>
<li>Dilatation der Zervix</li>
<li>Ausfluß von Zervikalschleim</li>
<li>Einsetzen der Wehen</li>
<li>Weitung des Geburtskanals durch die Fruchtblase des ersten Welpen</li>
</ul>
<h2>Austreibungsphase</h2>
<p>Rutscht der Welpe in den Zervixkanal, setzt automatisch die Bauchpresse ein.<br />
Der kleine Welpe ist umhüllt von zwei Fruchtblasen – Allantois und Amnion. Die Flüssigkeit dieser Blasen ist farblos.<br />
Nachdem jedoch die erste Nachgeburt ausgestoßen ist, werden die Fruchtwasser eher grünlich; hervorgerufen durch die Blutabbaustoffe.<br />
Die Allantois reißt in der Regel, sobald der Welpe durch die Vulva austritt, ausgestoßen wird der Kleine dann mit einigen kräftigen Wehen.<br />
Normalerweise beißt die Hündin mit den Schneidezähnen die Fruchtblase auf, leckt den Welpen frei und beißt die Nabelschnur durch.<br />
Sollte das nicht geschehen, muß der Welpe sofort aus der Fruchtblase befreit werden.<br />
Die Nachgeburt kommt in den nächsten 5 Minuten und wird von der Hündin gefressen. Manchmal kommen aber auch gleich zwei, drei Welpen direkt hintereinander und dann erst die Nachgeburten.<br />
Die Intervalle zwischen den einzelnen Welpen betragen im allgemeinen 30 min, aber auch mehrere Stunden.<br />
Etwa 60 % der Welpen kommen mit dem Kopf zuerst, doch auch eine Hinterendlage kann komplikationslos erfolgen.</p>
<div>
<div style="width: 262px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2015/03/wiss_hundegeburt_02.jpg" alt="" width="252" height="204" border="0" /><p class="wp-caption-text">Drei satte Kerlchen</p></div>
<p><i><br />
</i></p>
</div>
<p><b>Trächtigskeitdauer:<br />
</b>Durchschnittlich trägt die Hündin 63 Tage.<br />
Bei ungestörtem Allgemeinbefinden besteht bei längerer Tragzeit bis zum 69. Tag keine Notwendigkeit für einen Eingriff.</p>
<p><b>CAVE</b>: beim Hund besteht nicht die Möglichkeit zur Geburtseinleitung wie beim Menschen. Die Verabreichung von <b>Oxytocin bei einer nicht in Geburt stehenden Hündin ist ein Kunstfehler!</b><br />
Die Kontrolle der Körpertemperatur ist ein guter Indikator, steigt die Temperatur über 39° oder ist der Allgemeinzustand gestört, so ist eine ausführliche geburtshilfliche Untersuchung angezeigt. Unsere diagnostischen Möglichkeiten (Ultraschall / Röntgen) sind dazu heutzutage hervorragend.<br />
Oft ist ein Kaiserschnitt vonnöten.<br />
Unter Antibiotikaschutz abzuwarten, verbessert nicht die Aussichten auf eine komplikationsfreie Geburt, sondern erhöht eher das Operationsrisiko.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Geburtskomplikationen (Dystokien):</h3>
<p>Nicht jede Geburt verläuft reibungslos; es können Störungen im Ablauf auftreten , die durch Funktionsstörungen seitens der Mutter (Wehenschwäche, Scheidenenge, Torsio uteri, Uterusruptur (nicht selten nach fehlerhaft verabreichter Oxytoxingabe!) &#8230;oder durch die Welpen selbst (zu große Frucht, fehlerhafte Lagerung, abgestorbene Frucht&#8230;) verursacht sind.<br />
Die Wahl der tierärztlichen Maßnahmen richtet sich nach dem Zustand des Muttertieres. Es kann manuelle Geburtshilfe geleistet werden, doch ist das Allgemeinbefinden bereits gestört, bzw. eine schnelle Lösung durch manuelle Hilfe nicht zu erreichen, so ist auf jeden Fall eine Schnitteinbindung durchzuführen.<br />
<b>Die Sectio caesarea (Kaiserschnitt) kann lebensrettend sein für Hündin und Welpen.<br />
</b></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Normales Puerperium</h3>
<p>Bei der normal verlaufenden Geburt zieht sich nach der Austreibung des letzten Welpen und dem Abgang der Nachgeburt der Uterus wieder zusammen. Palpiert man den Bauch der Hündin, so sind die Uterushörner als derbe Stränge spürbar.<br />
Der normale Ausfluß ( Lochien ) ist zunächst schwarz – grün, geruchlos und mit Blutgerinnseln durchsetzt. Der Uterus bildet sich in den Tagen nach der Geburt immer weiter zurück, der Ausfluß nimmt mengenmäßig ab und nach 2 Wochen wird nur noch sehr wenig, leicht rötliches Sekret abgesetzt.<br />
Die Lochien werden kaum bemerkt, da sie von der Hündin stets aufleckt werden. Nach 4 Wochen hat sich der Uterus vollständig zurückgebildet.</p>
<p>Weiterhin ist die Hündin auch noch post partum gut zu beobachten, da auch dann noch Schwierigkeiten auftreten können, die das Leben von Muttertier und Welpen gefährden:</p>
<ul>
<li><b>Uterusruptur</b></li>
<li><b>Scheidenverletzung</b> (nicht erkannt, kann sie durch eine eitrige Entzündung zum Durchbruch zum Darm hin führen)</li>
<li><b>Lochiometra</b> (zieht die Gebärmutter sich nach der Geburt nicht ausreichend zusammen, verleiben die Lochien im Uterus und es kann zu einer lebensgefährliche Intoxikation der Hündin kommen. Da die Toxine in die Milch übergehen, sind auch die Welpen bedroht.)</li>
<li><b>Plazentanekrose</b> (bei Hündinnen, die jünger als 2,5 Jahre sind: auffällig ist das Persistieren eines blutig, wässrigen Scheidenausflusses _ es muß eine Ovariohysterektomie durchgeführt werden)</li>
<li><b>Hämorrhagie</b> (anhaltender, blutiger Ausfluß: schubweiser Abgang von frischem, teilweise geronnenem Blut aus der Scheide _ in der Regel muß operiert werden)</li>
<li><b>Tetanie = Eklampsie</b> (eine Stoffwechselstörung, deren Hauptmerkmal die Hypokalzämie ist, die zu starken Krämpfen führt. Sie tritt meist 2-5 Wochen nach der Geburt auf und betroffen sind hauptsächlich kleine Rassen mit guter Laktation _ lebensrettend ist die sofortige intravenöse Verabreichung von Calzium)</li>
</ul>
<div>
<p><img loading="lazy" src="https://www.rogalla-rummel.de/wp-content/uploads/2015/03/wiss_hundegeburt_03.jpg" alt="" width="300" height="224" border="0" /><br />
<b>Wir raten Ihnen, vor der Geburt mit uns ein Beratungsgespräch zu führen, damit Sie vorbereitet sind, falls die Geburt nicht ordnungsgemäß verläuft.<br />
</b></p>
</div>
<p><b> Siehe auch <a href="https://www.rogalla-rummel.de/falldesmonats/eine-hundegeburt-mai-2004/">Fall des Monats : Mai 2004</a></b></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de/wissenswertes/hundegeburt/">Hundegeburt</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.rogalla-rummel.de">Dr. Rogalla + Dr. Rummel</a>.</p>
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